Gesundheit und Krankheit
aus homöopatischer Sicht

von Andreas Hundseder

Vorwort

Es war im Jahre 1996 und ich war unzufrieden. Die Homöopathie praktizierte ich nun seit sechs bis sieben Jahren in eigener Praxis. Geprägt von der Bad Boller Homöopathie Schule und vielen C4-Verreibungsseminaren, waren mein therapeutischer Schwerpunkt und mein homöopathischer Ansatz die Psyche des kranken Menschen. Viele Patienten waren sehr begeistert von diesem Ansatzpunkt und suchten mich immer wieder auf, um neue Aspekte ihrer Psyche homöopathisch verständlich zu machen. Ich war gut in der Traumdeutung und konnte ihnen unterschiedliche Betrachtungsweisen darlegen. Viele Akutbehandlungen gerade mit Kindern verliefen sehr gut und die Praxis hatte sich im Laufe der Jahre langsam aber stetig gut entwickelt. Dabei bemerkte ich aber auch, dass mich einige Patienten immer wieder aufsuchten, ich ihnen aber eigentlich homöopathisch nicht weiterhelfen konnte. Sie blieben in ihren Problemen gefangen und konnte sich trotz der Gespräche und der verabreichten Arzneimittel nicht davon befreien. Dies machte mich zunehmend unzufriedener und ich suchte verzweifelt einen Weg nach einem tieferen Verständnis der Zusammenhänge und der Psyche des Menschen.

An einem Sonntagmorgen, kurz vor Pfingsten, begann ich meinen Schreibtisch aufzuräumen, dabei viel mir ein Buch aus den Händen. Wie in Zeitlupe schlug es auf dem Boden auf, ein Prospekt entglitt ihm und lag vor meinen Füßen. Ich hob ihn auf: Es war die Beschreibung der Homöopathie Ausbildung bei George Vithoulkas auf Alonissos in Griechenland. Ein paar Wochen vorher hatte ich mich geärgert, da ich eine Psychotherapie Ausbildung anfangen wollte, die aber nicht zustande kam. Jetzt lag die Anmeldung vor mir und ich konnte mich auch noch vage erinnern, dass ich mir vor einem Jahr kurz überlegt hatte, mich dort anzumelden. Ich las den Text und bemerkte erschreckt, dass die Ausbildung bereits in einer Woche beginnen sollte. Am Montag in der Früh begann ich zu telefonieren und es wurde mir erklärt, dass das Seminar bereits überbucht sei und es außerdem keinen Flug und keine Unterkunft mehr gäbe. Ich telefonierte weiter, eine griechische Patientin hatte in zehn Minuten für eine Unterkunft gesorgt, eine weitere Patientin hatte ein Reisebüro und suchte mir einen Flug heraus, zwar einen Tag nach Seminarbeginn, aber immerhin. Beharrlich rief ich noch einmal beim Organisator an und teilte mit, dass ich ein Zimmer und einen Flug hätte, ob ich nicht doch noch am Seminar teilnehmen könnte. Zum Glück war diesmal eine andere Person am Telefon, welche mir mitteilte ich sollte einfach kommen, es werde schon noch ein Platz frei sein. Erleichtert organisierte ich noch den Praxisausfall und begab mich eine Woche später auf die Reise - eine Reise, die immer noch anhält und die mich mehr verändert hat als ich mir das damals je gedacht hätte. Sie veränderte meine homöopathische Arbeit, meine Sicht von Krankheit und Gesundheit und sie veränderte mich selbst. Ich fand dort viele Freundschaften, die ein Leben überdauern werden, eine Insel, die in meinen Träumen immer wieder auftaucht und einen Homöopathielehrer, der mit Vorwort seinem ganzen Sein und seiner ganzen Liebe für die Homöopathie lebt: George Vithoulkas.

Ein Großteil seiner Lehren ist in dieses Buch geflossen, er öffnete mir mit seinem umfangreichen Wissen eine Dimension der Klassischen Homöopathie, die ich vorher nicht kannte. Durch seinen Unterricht, seine exzellente Theorie und sein Wissen, sein Praktizieren und seine philosophischen Ansätzen konnte ich endlich viele meiner homöopathischen Puzzelteile, die vorher ungeordnet im Raum schwebten zusammenfügen und ein Gesamtbild erkennen. Dieses Gesamtbild möchte ich in diesem Buch aufzeigen und hoffe, dass es für Verständnis und Zusammenhänge im Umgang mit der Klassischen Homöopathie sorgen möge. Lassen Sie sich auf diese Reise ein - eine Reise, die nie enden wird.

Augsburg im Sommer 2009




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