Ausbildungsbericht über die 3 jährige Ausbildung mit Dr. Alfons Geukens in Augsburg.
Am Anfang stand eine Idee, eine Alternative zur Ausbildung in Hechtel in Süddeutschland zu veranstalten. Ich traf mich 1998
mit Dr. Alfons Geukens und wir klärten die Rahmenbedingungen ab. Im Frühjahr 1999 starteten wir mit einer 3 jährigen
Homöopathieausbildung, die jeweils 2 x im Jahr 7 Tage in Augsburg stattfand. Aus ganz Deutschland, Österreich und der
Schweiz meldeten sich 120 HeilpraktikerInnen und ÄrzteInnen, die alle schon fundierte Homöopathiekenntnisse hatten, an.
Zu Beginn kam es auch immer wieder zu häufigen Diskussionen über die häufigen Wiederholungen der Mittel, die uns Dr.
Geukens in einigen seiner Fällen berichtete, im Laufe der Ausbildung und auch durch seine hervorragende Dokumentation und
langjährige Beobachtung seiner geheilten Fälle schwand immer mehr diese Skepsis.

Es wurde eine komplette zusammenhängende Videoausbildung, in der uns jeweils an einem Tag ein homöopathisches Mittel über
geheilte Videofälle vorstellt wurde. Dr. Geukens beleuchtete dabei immer verschiedene Aspekte des Patienten, meistens sahen
wir ein Kind, einen Erwachsenen oder einen alten Menschen mit einer chronischen Krankheit und oder auch ein bis zwei kurze
Sequenzen von akuten Fällen, die immer mit dem selben Arzneimittel geheilt wurden. Durch seine überragende Kenntnis des
Repertoriums lernten die meisten von uns in diesen 3 Jahren das Repertorium erst fundiert kennen. Rubriken, von denen wir
keine Ahnung hatten, sie jemals im Repertorium zu finden, wurde praxisnah über Symptome der Patienten erklärt. Vor allem
auch die Übersetzung der Patientenaussagen und Beobachtungen in die Sprache des Repertoriums war sehr hilfreich.
Er berichtete einmal über einen Fall von Multipler Sklerose mit ausgeprägten Lähmungserscheinungen der Extremitäten,
er erklärte uns kurz den Fall, irgendwann schaute er der Patientin in den Mund und fand eine Menge Amalgamfüllungen,
daraufhin fragte er uns, was dies bedeute. Er erklärte uns, mit Zuhilfenahme der Rubrik: Allgemeines - Lähmung - Vergiftung,
durch - Quecksilber, mit; konnte er den Fall lösen. Diese Hinweise waren und sind für uns immer wieder wie Goldkörner, die
wir heute in unserer Praxis immer wieder nutzen, da wir eine Sensibilität über die Videofälle dafür haben. Diesen Fokus auf
wichtige Aspekte der unterschiedlichen Arzneimittel, wie sie tatsächlich (nicht theoretisch) in der Praxis, bei kranken
Menschen vorkommen, ist die große Kunst der Erfahrung von Alfons Geukens.
Ein paar wichtige Hinweise für Arzneimittel:
Barium carbonicum: Zusammenstoßende Tonsillen.
Schwellung der Tonsillen und Halsdrüsen/ Nackendrüsen mit Kleinwuchs der Genitalien.
Bleiben lange im Elternhaus, sie sind immer abhängig einer Bezugsperson.
Bryonia: Sprechen vom Geschäft und dabei Kaubewegungen mit dem Kiefer. Furcht vor Armut
DD Hyos.: Sprechen vom Geld und dabei alberne Gesten. Wahnidee sie würde beobachtet
Werden.
Bufo: Gesicht - Ausdruck - albern, töricht. Streckt Zunge aus dem Mund.
Männliche Genitalien - Masturbation, Neigung zur. Hier ist ein animalisches Element.
Starke sexuelle Energie und Konvulsionen. Auch bei geistig Behinderten häufig zu finden.
Dicke Lippen. Gemüt - Zorn - missverstanden, falsch verstanden; wenn
Intelligent in einem bestimmten Bereich, können da sogar außergewöhnliche Eigenschaften besitzen.
Calzium carbonicum: Rund und weich, blass und weißlich. Großer Kopf und kräftiger, bishin zu
Fettleibigkeit. Schwitzt stark am Hinterkopf (das wichtigste Mittel!). Viele Ängste.
DD. Silicea: Auch großer Kopf, blass und weißlich, aber dünne Extremitäten.
Man sieht die Knochen an den Extremitäten. Keloidbildung. Exostosen
Zahnschiefstellungen oder ein Ohr steht ab, Haare lassen sich nicht bändigen.
Schweiß reichlich zerstört die Schuhe.
Carzinosinum: - Vom Wesen wie Zigeuner:
dunkler Typ, dunkle Flecken; ziehen umher; tanzen und
musizieren gerne und bekommen immer wieder Demütigungen. Blaue Skleren
Verlangen Schokolade ist immer vorhanden. Ignatia folgt auf Carz. fast immer
Conium: Alte Menschen (Witwen) die im Dunkeln sitzen. Photophobie
Verhärtungen der Brust. Brust - Krebs - Mammae - begleitet von - Verhärtung der Mammae.
Brust - Krebs - Mammae - begleitet von - Achseldrüsen; vergrößerte.
Prostatakrebs mit vergeblichen Harndrang und dabei Kopfschmerzen.
Colchicum: Sie tragen weite Schuhe da Druck der Zehen sehr schmerzhaft ist.
Empfindlich gegen Speisegerüche. Fettabneigung
Graphitis: Keloidbildung (Verwachsungen nach OP).
Weinen bei Musik. Lachen bei Tadel. Abneigung Süß und Fleisch.
Lycopodium: Wahnidee er habe seine Pflicht vernachlässigt.
Furcht sein Ziel nicht zu erreichen. Eine Extremität kälter als die andere.
Medorrhinum: Med. ist sehr empfindlich, extrem - stärker als bei Staphisagria.
Weint viel in der Konsultation. Überempfindlich gegen Grobheiten
Nägelbeißen bei Erwartungsspannung. Ehrgeizig und feinfühlig. Lieben Orangen.
Natrium muriaticum: Verlangen Bitterschokolade und gesalzenen Fisch.
Verweilt bei unangenehmen vergangenen. Beschwerden durch Tod von geliebter Person => gehen täglich auf den Friedhof (Caust.)
Im Mund Aphten und/oder Fieberbläschen und/oder Kopfschuppen.
Auge - Strabismus, Schielen - divergent. Maskulines Aussehen bei Frauen und Mädchen
Opium: Frauen die in der Schwangerschaft starke Schmerzmittel oder wehenhemmende Mittel
bekamen und bei den Säuglingen Atemunterbrechungen nach der Geburt auftreten.
Alle Sekretionen hören auf bis auf das Schwitzen.
Sepia: Traum Verfolgt zu werden, muss rückwärts laufen
Fleißig vor der Menstruation.
Tuberkulinum: Man sieht bei ihnen alle Rippen. Reisen gerne
Behaarung am Rücken schon bei der Geburt.
Veratrum: Sie wachen mitten in der Nacht auf, singen und sind fröhlich.
Kind wacht nachts auf und verlangt nach Beschäftigung + Imitation z.b. sie imitieren das
Verhalten der Eltern - wie Rasenmähnen... Hyperaktivität.
Bei Geisteskrankheit entwickeln sie die Wahnidee göttlich zu sein - gepaart mit Redseligkeit
Immer ist die Totalität entscheidend nicht einzelne Aspekte eines Arzneimittels, doch die Hinweise können uns zum Arzneimittel
führen.

Alfons Geukens ist vor allem ein Praktiker, durch seine Erfahrung in seinem Zentrum in Hechtel, das 24 Stunden am Tag
geöffnet ist, sahen wir Fälle von Akutsituationen, die normalerweise nur in Krankenhäusern zu sehen sind. Diese Handhabung
von Akutfällen, die häufig mit einem tiefwirkenden Konstitutionsmittel gelöst wurden, bei denen nachher auch das chronische
Leiden mit dem selben Mittel weiterbehandelt wurde und der Patient mit diesem Mittel geheilt werden konnte, war für uns
immer wieder faszinierend. Wir verfolgten auch Fälle die über Jahre mit falschen Homöopathikas behandelt wurden, die
Patienten auch ganz zufrieden waren, da teilweise Besserungen auftraten, doch es immer wieder zu Rückfällen kam, die immer
wieder Fragen aufwarfen und einen Mittelwechsel erforderten, bis schließlich das Heilmittel gefunden wurde. Diese
Beobachtungen waren für uns sehr interessant, den sobald nur ein ähnliches Mittel gegeben wurde, kam es immer wieder zu
Irritationen, die man nicht richtig einordnen konnte, sobald aber das Konstitutionsmittel gefunden wurde, gab es diese nicht
mehr und ein Heilungsverlauf nach dem Heringschen Gesetze setzte ein, der immer nur das selbe Mittel in aufsteigenden
Potenzen erforderte. Falls neue Krankheitssituationen auftauchten oder Rückfälle da waren, konnte das Mittel immer wieder
den Zustand heilen. Alfons Geukens plädiert immer wieder darauf, das es grundsätzlich nur 3 Zustände einer homöopathischen
Verschreibung gibt:
1. Die Konstitution eines Menschen:
Wir versuchen ein Mittel zu finden, was der Mensch schon immer war = Konstitutionsmittel, ein Mittel, für das "Sein" des
Patienten. Im Allgemeinen wird ein Mensch mit seiner Konstitution geboren und behält sie. Er bleibt wie er ist, ein Leben
lang, er denkt wie er denkt. Wir Homöopathen können dies aus der Totalität der Symptome und aus den sonderlichen und
ungewöhnlichen Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles (§ 153) und der Individualisierung nach Kent, erkennen. Kent spricht
in solchen Fällen vom Konstitutionsmittel und Hahnemann von chronischer Krankheit.
Das, was wir uns nicht erklären können ist das wichtigste am Patienten und an seinen Symptomen.
Anm. In all seinen Fällen lässt er den Patienten so lange erzählen, bis er ein solches Symptom erkennen kann, erst dann
fängt er an im Repertorium nachzuschlagen. Er legt auch sehr starken Wert auf eigentümliche Symptome am Aussehen oder bei der
Untersuchung des Patienten z.B. Kopf - Schwellung - Drüsen des Kopfes - Hinterkopfes; Drüsen des = Bar.carb. oder Auge -
Strabismus, Schielen - divergens = Nat-mur. Phos.
2. Akute oder situationelle Verschreibung:
Eine andere Art der Verschreibung ist, wenn der Patient unter einem starken Einfluss von außen steht.
Dies sind Verschreibungen, die durch einen bestimmten Umstand wie Trauma, Unglück, Kälte, Hitze. hervorgerufen werden; kann
sie der Organismus nicht selber überwinden, benötigt er ein spezifisches Heilmittel, was aber seine Grundlegende Konstitution
nicht berührt oder heilt. In diesem Fall wird eine Umständeverschreibung erforderlich, wenn der Einfluss sehr stark ist,
dann gehen die chronischen Krankheitssymptome zurück und die akute Symptomathologie kommt hervor. Häufig erkennt man aber
auch durch den Akutzustand das Konstitutionsmittel.
Z.B. Rücken - Verletzungen der Wirbelsäule - nach Verletzungen liegt er auf dem Rücken und der Kopf zuckt nach hinten =
Hyper. oder Rücken - Schmerz - stechend - Wirbelsäule - erstreckt sich zu - Kreuz zur Blasengegend hinab; das = Berb.
3. Misamatische Verschreibung:
Ein Heilmittel wirkt gut und plötzlich kommt es zu einer Symptomenverschiebung, das Mittel kann diesen Zustand nicht mehr
berühren. Es kommen Symptome hervor die eine tiefere Störung zum Erkennen geben, eine Prädisposition zeigt sich. Der Patient
zeigt dann Symptome, die z.b. der Syphilis ähnlich sind, weil es in der Familienhistorie Syphilis gab. Diese geben uns einen
Hinweis auf eine miasmatische Verordnung das neue Mittel heilt diesen Zustand, danach wird sein Konstitutionsmittel wieder
weiterhelfen ( z.b. Lachesis - Syphilinum - Lachesis). Aber man verschreibt nicht Syphilinum, weil es Syphilis gewesen ist,
sondern man verschreibt Syphilinum weil es auf einem homöopathisches Bild basiert.
Dr. Geukens legt immer seinen Schwerpunkt auf eine fundierte Anamnese, wie in § 104 des Orga-nons beschrieben: Ist nun die
Gesammtheit der, den Krankheitsfall vorzüglich bestimmenden und auszeichnenden Symptome, oder mit andern Worten, das Bild
der Krankheit irgend einer Art einmal genau aufgezeichnet, so ist auch die schwerste Arbeit geschehen...... Ist die Anamnese
nicht vollständig werden wir meistens das Mittel nicht finden können, betont er immer wieder.
Sein zweiter Schwerpunkt ist die Kenntnis des Repertoriums und sein korrekter Umgang. Da dies Lücken in der Arzneimittellehre
schließen kann und dadurch auch wenig bekannte Arzneimittel gefunden werden können. Er verwendet bis heute keinen Computer,
da die Gefahr besteht zu viele unwichtige Symptome zu verwenden. Er repertorisiert wie Kent, er benötigt nur eine Handvoll
gut gewählter Symptome.
Und sein dritter Schwerpunkt ist der Fleiß und die Liebe zu seinem Beruf und zu den Patienten. Er sagt, wer dies nicht in
sich trägt, kann keine gute Homöopathie praktizieren.
Er betont auch immer wieder, das wir nach Organon § 1 Fußnote nicht theoretisieren sollten, wir sollten uns bemühen das
korrekte Mittel zu finden, wodurch der Patient Heilung findet. Die meisten Theorien werden verbreitet, da nicht das korrekte
homöopathische Heilmittel gefunden wurde.
Auch bemängelt er immer wieder die vielen Nachträge ins Repertorium, die aus häufig nicht nachvollziehbaren Prüfungen, in
höheren Graden ins Repertorium unkritisch aufgenommen werden. Hahnemann, Kent und andere werteten, die Symptome erst auf nach
deren Beobachtung am Krankenbett / klinischer Bestätigung.
In den letzten drei Jahren lernten wir ca. 50 Arzneimittelbilder kennen, am Ende eines jeden Jahres wurde noch eine sehr
umfangreiche Prüfung ausgeteilt, die Zuhause erarbeitet werden musste. Es handelte sich dabei jeweils um ca. 30 Fälle und
Fragen zur Theorie/Organon. Wer alle Arbeiten eingereicht hat und _ richtig beantworten konnte, bekommt am Ende ein Diplom
über die Ausbildung von Dr. Alfons Geukens.
Zuletzt war die Nachfrage so groß, das wir die Ausbildung fortfahren, einmal im Jahr werden für 5 Tage weitere
Arzneimittelbilder über Videofälle erarbeitet, dazu sind auch alle eingeladen, die Dr. Geukens kennenlernen und ihr
homöopathisches Wissen vertiefen möchten. Seine Methode ist sehr praxisnah und bezieht sich auf geheilte Patienten, sowohl
um ungewöhnliche Aspekte von bekannten Arzneimitteln zu demonstrieren, als auch, um typische Bilder weniger bekannter
Arzneimittel näher zu bringen. Von dieser Methode der Fallanalysen erhalten selbst fortgeschrittene Homöopathen immer
wieder neue Anregungen. Der Unterricht wird in deutsch gehalten, die Videofälle werden simultan übersetzt.

2 Fälle von Dr. Geukens:
1 Fall: Ein Junge, geboren am 1. Oktober 1997.
Ich fand das Mittel erst während der Aufnahme im Krankenhaus, als die allopathische Behandlung dem Kind nicht mehr
weiterhelfen konnte.
Ich observiere das Kind regelmäßig, und ein auffälliges Symptom seit der Geburt, ist ein Riss in der Mitte der Unterlippe.
Natürlich versucht man als Homöopath so früh wie möglich das sogenannte Konstitutionsmittel zu finden, denn heutzutage kommen
nur wenige Kinder ohne eine regelmäßige allopathische Behandlung aus, und zum Schluss haben sie ernsthafte Probleme.
Das erste Mal, dass er krank wurde, war der 3. Oktober 1998; also im Alter von einem Jahr. Ein Kollege schrieb in die Akte:
„Hohes Fieber: 38,5°C, mit einer Röte im Gesicht an einer
Seite und einseitige Hitze im Gesicht, die andere Seite kalt. Er wird gerne getragen.“ Am Tag danach sah ihn eine andere
Ärztin und sie schrieb, dass das Kind sehr gereizt wäre. Die Ärztin betonte noch einmal die Röte und Hitze im Gesicht auf
der rechten Seite und die Kälte auf der linken Seite. Und weil sie glaubte, das Kind würde Zähne bekommen, gab sie Chamomilla.
Nach Chamomilla wurde das Kind kurzatmig, am 2. November, ein wirklich keuchend pfeifendes Atmen. Und wegen der Rubrik:
„Atmung, Giemen, Ausatmung; bei“ und „Reizbarkeit, Kinder; bei, krank; wenn“, gaben wir Lycopodium 200 und später M, mit guter Reaktion.
Am 11. November 1998 wieder 39,8°C Fieber, die rechte Wange rot und heiß, die linke blass und kalt. Dies scheint ein Symptom
zu sein, das immer wiederkommt. Also wurde es zu einem wichtigen Symptom. In diesem Augenblick gab man Phosphorus M, keine
Wirkung; Pulsatilla; ohne Wirkung, und wieder Lycopodium 10 M, womit das Fieber wieder verschwand.
Ein weiteres auffälliges mentales Symptom, war die Eigensinnigkeit. Wenn sie z.B. am Tisch saßen, wollte das Kind das Stück
Fleisch der Mutter… usw. … was er will, wird er bekommen…so eigensinnig… Weitere Observation: das Kind ist sehr aktiv und
läuft die ganze Zeit umher.
Ein anderes Symptom: seit einigen Monaten hat er einen umgrenzten ekzematösen Hautausschlag auf der Wange von ungefähr 2 cm
Durchschnitt.
Was noch auffällt ist eine zunehmende Schwellung beider Tonsillen und eine konstante Schwellung der Halsdrüsen, aber auch
eine Schwellung der inguinalen Drüsen.
Seine Mutter, die große Angst um das Kind hat, erzählt, dass das Kind nicht gut schläft. Er schnarcht; vor allem wenn er
auf dem Rücken liegt und das könnte durch die Schwellung der Tonsillen hervorgerufen werden. Er schläft immer mit geöffnetem Mund.
Dann kam eine Zeit, wo er erbrach. Am 10. Oktober 1999: erbrechen nachts. Dieses Symptom kommt regelmäßig wieder, und das
Kind erbricht dann Galle nachts. Das Kind hat Fieber, ist frostig und blass. Und es ist in dieser Zeit des Frosts, dass das Kind Galle erbricht.
31. Januar 2000: das Kind erbricht nach dem Trinken oder nach dem Essen.
In 2000 einige Male die gleiche Geschichte… ein sehr eigensinniges Kind, regelmäßig erbrechen, häufiges schnarchen,
geschwollene Tonsillen, Episoden mit Durchfall, geschwollene Drüsen…
30. November 2000: wieder Fieber: 39,6°C; mit einer Röte der linken Wange; einseitig. Der Kollege, der ihn sah, schrieb in
die Akte: Entzündung beider Tonsillen, weiße eitrige Punkte auf den Tonsillen, ein schlechter Geruch aus dem Mund. Das Kind
hat vermehrten Speichelfluss und dies vor allem auch im Schlaf . Der Kollege gab Lycopodium 50 M.
Aber Anfang Dezember 2000, fing das Kind an zu husten. Eine Art bellender Husten , eine Art metallischer Husten. Kein Fieber
und Atemnot, vor allem kurz nach Mitternacht. So schwierig, dass die Eltern sich nicht trauten, das Kind allein zu lassen.
Sehr sonderbar war, so lange das Kind tagsüber herumgehen konnte, oder sogar herumlaufen konnte, war die Atmung besser. Aber
in der Nacht vom 13. Dezember 2000, kurz nach 12 Uhr, riefen sie mich an und sagten, dass das Kind nicht atmen könnte. Ich
fuhr sofort hin, mit meinem Kollegen, der das Kind behandelte.
Wir fanden ein Kind mit einer extremen Atemnot, als ob da eine Verengung im Kehlkopf wäre, eine Art Laryngospasmus!
Natürlich ist es in so einem gefährlichen Zustand schwer, die richtige Rubrik zu finden. Ist es ein Ödem der Glottis oder
ein Laryngospasmus…? Ich wollte nichts machen, weil wir das richtige Mittel nicht sahen…wir steckten das Kind ins Auto und fuhren ins Krankenhaus.
Der Kinderarzt sagte, dass es kein Problem gäbe, es wäre ein Pseudokrupp. Er gab dem Kind Pulmicort Spray (Beclomethasondipropionat, Corticosteroid)
und später intravenös Decadron (Dexamethason, Corticosteroid). Anfangs war der Kinderarzt sicher, dass es keine Probleme
geben würde. In den darauffolgenden Tagen wurde das Blut untersucht, aber es wurde nichts gefunden… man gab weiterhin
Pulmicort… aber das Kind reagierte nicht auf die Medikamente und der Kinderarzt wusste nicht mehr, wie er dem Kind helfen sollte.
Ich fuhr jeden Tag ins Krankenhaus und die Mutter, die bei dem Kind blieb, war völlig erschöpft, sehr ängstlich; denn jede
Nacht hatte das Kind diese schreckliche schwierige stertoröse Atmung. Und der Kinderarzt, ein sehr engagierter Arzt,
verstand nicht, dass die Atmung tagsüber, wenn das Kind herumlief, viel besser war… dies war außergewöhnlich, eigenartig und
seltsam.
Wenn ich mit meinem Stethoskop den Kehlkopf abhörte, dann hörte ich, dass die Luft durch eine schmale Röhre ging… und ich
sagte zu mir selber: „Mein Gott, dies ist wie eine Art Tuberkulose des Kehlkopfs“ und sofort sah ich die Sache ganz klar…
der Großvater des Kindes hatte TBC gehabt und jetzt hat er Lungenkrebs…, die Schwellung der Drüsen, der Halsdrüsen und der
Tonsillen, wahrscheinlich der inguinalen Drüsen mit Durchfall usw.
Es war deutlich: es war eine Zusammenschnürung des Kehlkopfs, vor allem nachts, und so lange das Kind herumgehen konnte, war es besser.
Ich fand das Mittel also am vierten Tag nach der Aufnahme im Krankenhaus, am Morgen des 6. Oktobers. Ich sprang in mein Auto
und kam um 7 Uhr im Krankenhaus an… ich kam ins Zimmer und die Mutter sagte: „Noch immer das Gleiche.“ Ich steckte eine
200er Potenz in seinen Mund und nach fünf Minuten besserte sich das Atmen und das Kind schlief ruhig, ohne Probleme.
Am nächsten Tag konnte er nach Hause. Wir machten weiter mit dem Mittel… später in einer M Potenz, 10 M und 50 M.
Bis jetzt, Anfang 2003, geht es dem Kind prächtig. Jedesmal, wenn es ein Problem gibt, bekommt er das Mittel… er hat sich
in ein intelligentes, ruhiges Kind verwandelt. Noch immer aktiv, aber nicht mehr die Ruhelosigkeit, die ihn umhertreibt, nicht
mehr leicht zornig oder sogar Raserei , wenn er nicht bekommt was er gerne haben möchte.
Die jüngere Schwester des Jungen, zeigte später die gleiche Symptomatik wie ihr Bruder… sie hat einen Riss in der Mitte der
Unterlippe, ist sehr eigensinnig, Ruhelosigkeit treibt sie umher, sie erbricht Galle nachts, jede zweite Nacht, geschwollene
Tonsillen. Die vergrößerten Tonsillen waren nach einjähriger Behandlung verschwunden.
MITTEL: Drosera