Ausbildungskonzept

Aude Sapere arbeitet nach dem Ausbildungskonzept von Homöopathen ohne Grenzen e.V. (HOG), modifiziert für den Unterricht in Deutschland. Dieses Konzept entstand in dreijähriger Zusammenarbeit von HOG aktiven HomöopathInnen, die ihre eigenen Ausbildungskonzepte und längjährigen Unterrichtserfahrungen einfließen ließen.

Eine Koordinatorin dieses Teams war Christine Lauterbach, die das damalige Aude Sapere Unterrichtskonzept für die gemeinsame Arbeit einbrachte; im Gegenzug stellten HOG das Curriculum Aude Sapere zur Verfügung.

Das Ausbildungskonzept ist auch für andere Schulen erwerbbar (www.ohnegrenzen.org)

Hier finden Sie eine Beschreibung der Ausbildungsprinzipien.
Aude Sapere durchläuft in den ersten fünf Semester "Intensivkurs" den Großteil des HOG Curriculums. Die weiteren vier Semester finden mit wechselnden Themen in unserem Ambulatorium statt, das unsere ehemaligen Studierenden und jetzigen Kolleginnen und Kollegen oft nach Abschluss der Ausbildung über viele Jahre weiter besuchen.



Das Ausbildungskonzept von Homöopathen ohne Grenzen e.V. (Auszüge aus einer Beschreibung)
[...] Der Unterricht besteht aus theoretischen und praxisbezogenen Einheiten. Letztere dienen der Umsetzung des Erlernten in die Praxis und sollen von Beginn an auf ein eigenständiges homöopathisches Arbeiten vorbereiten. Zusätzlich dokumentieren Lernzielkontrollen in regelmäßigen Abständen die Fortschritte der Studierenden in beiden Bereichen, um nicht nur theoretisches Wissen sondern auch therapeutische Fähigkeiten abzufragen und zu fördern.

Theoretische Ausbildung - das Curriculum von HOG: Durch die Erfahrungen in den Projekten Bosnien und Mazedonien, die beide eine mehrjährige homöopathische Ausbildung beinhalteten, konnten HOG in dreijähriger Arbeit das Ausbildungskonzept in Form eines differenzierten und flexibel einsetzbaren Curriculums überarbeiten. Der entscheidende Anstoß dazu wurde gegeben von Kate Chatfield (University of Central Lancashire, England), die das Interesse der Universität an einer projektbezogene Zusammenarbeit mit HOG deutlich machte, unter der Voraussetzung, dass das Curriculum universitärem Standard entspräche. Die Umstrukturierung des Curriculums nahm einige Jahre in Anspruch und ist nun abgeschlossen. Sollte das Curriculum von der Universität angenommen werden, könnte für zukünftige Projekte die Möglichkeit eines externen universitären Abschlusses (Bachelor) durch die University of Central Lancashire bestehen.

Um in unterschiedlichen Projekten flexibel einsetzbar zu sein, besteht das Curriculum aus 30 in sich geschlossenen Unterrichtseinheiten (UE) à 16 Stunden pro Wochenende, insgesamt 480 Stunden theoretischem Unterricht. Wenn pro Monat ein Wochenende unterrichtet werden würde, beliefe sich der theoretische Unterricht somit auf etwa drei Jahre. Entsprechend kann das Gesamtkonzept auch um mehrere Jahre verlängert werden, wenn das Intervall gestreckt wird.

Das Curriculum enthält den theoretischen Rahmen der Ausbildung und unterteilt die gesamten Lerninhalte der dreijährigen Ausbildung pro Unterrichtseinheiten in vier Bereiche:
  1. Thema
  2. Lernziel
  3. Methode
  4. Lernzielkontrolle
Die UE wenden sich an Studierende, die noch nie mit der Homöopathie in Kontakt gekommen sind und bauen das Wissen kontinuierlich auf. Folglich entsprechen die UE im ersten Ausbildungsjahr einer logischen und strengeren Reihenfolge, um zunächst das homöopathische Grundwissen zu vermitteln. Dabei bezieht sich das Gesamtlernziel im ersten Ausbildungsjahr ausschließlich auf die Behandlung akuter Erkrankungen. Überprüfungen der Studierenden finden in kürzeren Abschnitten statt, sind aber knapp gehalten, genau so wie vorbereitende und nachbereitende Hausaufgaben. Informationen werden von den DozentInnen in klar zuzuordnender Weise gegeben um ein einfaches, aber stabiles Denkgerüst aufzubauen.

Im zweiten Ausbildungsjahr beginnt die Auseinandersetzung mit der Behandlung chronischer Krankheiten. Dabei erweitert sich die Kenntnis von die Behandlung akuter Erkrankungen in Bezug auf die Besonderheiten chronischer Zustände, indem sie auf bereits bestehendes Wissen aus dem ersten Jahr zurück greift. Dieses Lernkonzept hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, weil die Verknüpfung mit bekannten Lerninhalten die neuen eingängig macht und wesentlich zum positiven Lernerfolg und dadurch zur Motivation der Studierenden beiträgt. Da mit fortschreitendem Wissen die Einhaltung einer strengen Unterrichtsabfolge an Bedeutung verliert, kann sich nun die Reihenfolge der UE bei Bedarf nach konkreten Interessen der Studierenden richten. Lernzielkontrollen finden nicht mehr so häufig wie im ersten Jahr statt, haben aber ein größeres Volumen. Auch das selbständige Bearbeiten bestimmter Themenbereiche im Sinne von Hausarbeiten soll allmählich erreicht werden. Nun sind die Studierenden mit einem guten Grundwissen versorgt und können schrittweise an Besonderheiten und Ausnahmen in der homöopathischen Lehre herangeführt werden, diese mit ihrem bisherigen Wissen verknüpfen und sie reflektieren.

Das dritte und letzte Ausbildungsjahr vertieft und differenziert das vorhandene Wissen, indem es sich beispielsweise mit unterschiedlichen homöopathischen "Schulen" befasst, die internationalen Einfluss haben. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, Gelerntes kritisch zu hinterfragen und zu analysieren. In das letzte Jahr fallen wenige, aber größere Prüfungseinheiten. Die Ausbildung wird beendet mit einem theoretischen und praktischen Prüfungsabschnitt.

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Die Auseinandersetzung mit der homöopathischen Lehre wird in regelmäßig stattfindenden Kleingruppen, [...], reflektiert, um eine ständige Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu gewährleisten. Außerdem fördert die Arbeit in Kleingruppen die Kommunikationsmethoden und kann Wahrnehmungsdefizite in der homöopathischen Fallaufnahme ausgleichen. Mögliche emotionale Prozesse der Studierenden finden hier aus ethischen Gründen bewusst ohne DozentInnen statt.

[...]

Augsburg, 8.März 2009 Christine Lauterbach im Auftrag von Homöopathen ohne Grenzen e.V.