Berühmte Homöopathen

Dr. med. Christian Friedrich Samuel Hahnemann

geb. 10.04.1755 + 02.07.1843

Am 10.04.1755 wurde Christian Friedrich Samuel Hahnemann als drittes Kind von Christian Gottfried Hahnemann und seiner zweiten Frau Johanna Christiane Spieß in der Vorstadt von Meißen geboren. Mit zwölf Jahren (1767 – 1770) gab Samuel Hahnemann schon Lateinunterricht an seinem Gymnasium in Meißen. Wegen seiner Begabung ermöglichte ihm einer seiner Lehrer kostenlos von 1770 – 1775 einen Platz an der Fürstenschule St. Afra, wo seine Talente weiter gefördert wurden.

Aude Sapere war in großen Lettern über der Eingangspforte der Schule angebracht, welche Hahnemann ein Leben lang prägten. Er bestand seine Abschlußprüfung und erwirkte von seinem Vater die Erlaubnis, in Leipzig Medizin studieren zu dürfen 1775 – 1776.

  • 1777 Studium in Wien 
im „Spital der Barmherzigen Brüder“
  • 1777 Anstellung als Bibliothekar und Leibarzt des Stadthalters von Siebenbürgen Baron v. Bruckenthal

In der Bibliothek des Baron v. Bruckenthal befand sich auch ein Werk von J.P. Rhumelius mit dem Titel: „Sprica tripartita“, welches das selten angewendete hippokratische Therapieprinzip: 
“Similia similibus currantur“ beschreibt.

Die Idee eines Simile-Prinzips lässt sich nicht allein auf Hahnemann zurückführen. Ansatzweise findet sie sich bereits im Corpus Hippocraticum und den Schriften des Paracelsus: „Die Krankheit entsteht durch Einflüsse, die den Heilmitteln ähnlich wirken, und der Krankheitszustand wird beseitigt durch Mittel, die ihm ähnliche Erscheinungen hervorrufen.” „Ähnliches wird durch Ähnliches behandelt und nicht Gegensätze durch Gegensätze.” 
* Theophrast von Hohenheim (1493-1541)

1779 kehrte er nach Deutschland zurück promovierte nach einem Semester des Medizinstudiums an der Universität in Erlangen mit einer Arbeit über die Ätiologie und Therapie von Krampfleiden. Die Dissertation trägt den Titel „Conspectus affectuum spasmodicorum aetiologicus et therapeuticus“ (Ursache und Therapie von Krampfzuständen).

1780 ließ sich Hahnemann in Hettstedt als praktischer Arzt nieder, wechselte aber schon nach kurzer Zeit wieder seinen Wohnort.

Unter anderem lebte Hahnemann in der Folge für kurze Zeit in Gomern, wo er in dem Labor eines Apothekers chemische Studien durchführte (1781 absolvierte er zusätzlich eine praktische pharmazeutische Ausbildung in Dessau). Dort lernte er auch dessen Stieftochter Henriette Küchler kennen, die er 1782 heiratete. Als 26jähriger heiratete Hahnemann 1782 seine erste Frau, die Tochter eines Apothekers aus Dessau.

Seine unbefriedigenden Erfahrungen mit der orthodoxen Medizin bewegten ihn dazu seine Praxistätigkeit für eine Zeit von ca. acht Jahren aufzugeben. Er zog durch die Lande, tat unumwunden seine Meinung kund und rebellierte auf diese Weise gegen die mißlichen Umstände der Medizin. Eine gewisse Ruhe kehrte ein während seines 4-jährigen Aufenthalts in Dresden von 1785-1789. Hahnemann durfte dort in der kurfürstlichen Bibliothek sich seinen Studien und Fortbildungen widmen in Chemie, Pharmazie und Medizin und verfasste dabei Werke, wie: „Anleitung, alte Schäden und faulige Geschwüre gründlich zu heilen“ (Leipzig 1784) sowie „Über Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ (Leipzig 1786). „Abhandlung über die Vorurteile gegen die Steinkohlenfeuerung“.

1789 kehrte der ruhelose Mediziner von seiner Wanderschaft nach Leipzig zurück. Ein Jahr später bei der Übersetzung „Materia medica“, dem Werk des schottischen Pharmakologen William Cullen (1710-1790), stieß Hahnemann 1790 auf die These, dass Chinarinde wegen ihrer magenfreundlichen Wirkung das Wechselfieber (Malaria) heilen könne. Dies war ein sehr entscheidendes Ereignis in Samuel Hahnemanns Leben, es gilt als die Geburtsstunde der Homöopathie.

„[…]es tat sich die Morgenröte zu der bis zum hellsten Tage sich aufklärenden Heillehre auf: dass Arzneien nur mittelst ihrer den gesunden Menschen krankmachenden Kräfte Krankheitszustände und zwar nur solche heilen können, welche aus Symptomen zusammengesetzt sind, die das für sie zu wählende Arzneimittel ähnlich selbst erzeugen kann im gesunden Menschen[…]“.

(…)

Ein weiteres wichtiges Thema war für Samuel Hahnemann die Hygiene. Hahnemann propagierte in seinen Veröffentlichungen von 1792 und 1795, (also zu einem Zeitpunkt, als noch keine Erreger nachgewiesen werden konnten), sehr fortschrittliche Ansichten zur Seuchenbekämpfung. Das Heilprinzip der Homöopathie veröffentlichte Hahnemann dann erstmals im Jahre 1796 und verlangte dabei von seinen Schülern: „Macht’s nach, aber macht’s genau nach.”

Hahnemann: Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigener Krankheit, eine desto eigentümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilt werden; Similia similibus“.

 Similia similibus curantur – Ähnliches ist durch ähnliches zu heilen!
Das Jahr 1796 gilt deshalb als „Geburtsjahr“ der Homöopathie.
(homoion = ähnlich, pathos = krank). Hahnemann grenzte seine Heilmethode dadurch deutlich gegen die vorherrschende
allgemeine Lehrmeinung ab, und nannte diese „Allöopathie“, was „Gegensätzliches mit Gegensätzlichem heilen“ (Contraria contraris) bedeuten soll.

Außerdem machte sich Hahnemann im Bereich der Pharmazie einen Namen, indem er zwischen 1793 und 1799 ein vierbändiges Lexikon für Apotheker heraus gab (Apothekerlexikon), welches das pharmazeutische Wissen der damaligen Zeit zusammen fasste und bis in das 20. Jahrhundert in Gebrauch blieb.

Die homöopathischen Frühwerke „Heilung und Verhütung des Scharlachfiebers“ (Gotha 1801) und „Über die Kraft kleiner Gaben der Arzneien überhaupt, und der Belladonna insbesondere“ (Hufeland´s Journal Bd. 6, 1801) entstanden ebenfalls in dieser Zeit. Sie handelten Hahnemann aber eher Unmut bei seinen orthodoxen schulmedizinischen Kollegen ein.

1805 zog Samuel Hahnemann mit seiner Familie nach Torgau und befand sich in seinen meisten Ansichten mittlerweile in äußerst starkem Widerspruch zur orthodoxen Medizin.

Wissenshungrig erprobte Hahnemann im Laufe der Zeit mehr als 100 verschiedene Drogen und Arzneimittel, zuerst an sich selbst, später auch an seiner Frau, an den elf Kindern und an Freunden, ehe er die geprüften Arzneien bei der Behandlung seiner Patienten erfolgreich einsetzte.

1805 veröffentlichte er die Ergebnisse geprüfter Arzneimittel: Fragmenta de viribus medicamentorum positivis in sano corpere observatis“.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Hahnemann seine revolutionäre Arbeit über die Prüfung von Arzneien an Gesunden: „Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in corpore sano observatis“ (1805 Leipzig) und die Publikationen: „Aesculap auf der Wagschale“ (Leipzig 1805) sowie „Heilkunde der Erfahrung“ (Leipzig 1806).

Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis.

Teil I der Fragmenta enthält eine Arzneimittelllehre, mit 27 damals schon geprüften Arzenimitteln

Teil II den Index, ein Nachschlageregister für die Symptome des Arzneimittelteils.  

Im Jahre 1810 in Torgau, publizierte Hahnemann sein vielbeachtetes Hauptwerk „Organon der rationellen Heilkunde“ und stellte seine homöopathische Lehre ausführlich und eindrucksvoll dar.

Es wird noch heute in seiner letzten Auflage (Auflage 6) als Standard Grundlagenwerk zur Homöopathie Ausbildung von Heilpraktikern und Ärzten herangezogen wird. (Organon stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Werkzeug im Sinne von Hilfsmittel.)

Des Arztes höchster und einziger Beruf ist,
kranke Menschen gesund zu machen,
was man heilen nennt.

Organon der rationellen Heilkunde § 1

Hahnemann übersiedelt 1811 nach Leipzig, um seine Werke einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.1811 folgte der erste und 1821 der letzte Band seiner „Reinen Arzneimittellehre“ mit Materia Medica der Antipsorischen Arzneien. 

Etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung seiner wichtigsten Thesen wurde Hahnemann im Jahre 1812 Privatdozent ( mit 57 Jahren) an der Leipziger Universität.

Um Samuel Hahnemann scharten sich mehr und mehr Homöopathie Interessierte, mit denen Hahnemann etliche Arzneimittelprüfungen durchführte. Auch seine Familie wurde, (wie auch schon früher) teilweise in diese Arzneimittelprüfungen mit einbezogen. Diese Arzneimittelprüfung reiche Zeit führte unter anderem dazu, dass 1811 bis 1821 die meisten Arzneimittelprüfungen Hahnemanns in Form der „Reinen Arzneimittellehre“ veröffentlicht wurden.

1819 wurde er Leibarzt des Herzogs von Köthen-Anhalt. Die ruhelose Zeit gehörte nun ebenso der Vergangenheit an wie berufliche, finanzielle und familiäre Sorgen. Hahnemann kam zu Anerkennung und Wohlstand.

Feldmarschall Prinz Schwarzenberg begab sich im Jahre 1819 in Hahnemanns Behandlung,

1819 „Organon der Heilkunst“ 2. Auflage

1820 das Verbot des Selbstdispensierens (Arzneimittelherstellung durch den Arzt). Wodurch sich Hahnemann ein weiters Mal gezwungen sah, den Wohnort zu wechseln.

Samuel Hahnemann verließ Leipzig und zog auf Einladung des Fürsten Ferdinand von Anhalt-Köthen nach Köthen (Sachsen-Anhalt).

1821 eröffnete er dort eine Praxis in der er ausschliesslich die Homöopathie praktiztierte.

Hahnemann erhielt den Titel „Hofrat“. In Köthen war er sehr erfolgreich mit seiner neuen Heilmethode, fühlte sich wohl und lebte dort einige Jahre. 

„Die chronischen Krankheiten, ihre eigentümliche Natur und homöopathische Heilung“

  1. Auflage 1828-1830 Leipzig 4 Bände „Den Grund also auszufinden, warum alle die von der Homöopathie gekannten Arzneien keine wahre Heilung … bringen … diese höchst ernste Aufgabe beschäftigte mich in den Jahren 1816, 1817 bei Tag und Nacht, und sieh, der Geber alles Guten ließ mich allmählich in diesem Zeitraume durch unablässiges Nachdenken, unermüdliche Forschungen, treue

Beobachtungen und die genauesten Versuche das erhabene Rätsel zum Wohle der Menschheit lösen.“ chron. Krankh. S.6

1821 Die Homöopathie Hahnemanns breitet sich in Windes Eile über die ganze Welt aus bis nach Amerika, Neuseeland und Australien. In Amerika und Indien jedoch erfreute sie sich besonderer Beliebtheit.

1824 „ Organon der Heilkunst“ 3. und verbesserte Auflage

1826 „ Organon der Heilkunst“ 4. und verbesserte Auflage

1828 „ Organon der Heilkunst“ 5. und verbesserte Auflage

1828 Hahnemann feiert seinen 73. Geburtstag. 

Im Jahr 1829 feierte Hahnemann mit seinen Schülern sein fünfzigjähriges Arztjubiläum.

Im Jahre 1830 starb seine Frau Henriette.

 Als in den Jahren 1830-1836 die Cholera Europa heimsuchte, war die Medizin hilflos. Es wurden lediglich Aderlässe gemacht, welche die Patienten weiter schwächten und in den Tod treib.

Während der Choleraepidemie um das Jahre 1831 veröffentlicht Hahnemann vier Abhandlungen über die „Heilung der asiatischen Cholera“.

Ende 1834 begegnete Hahnemann die Frau für seinen ruhmreichsten und gesetzteren Lebensabschnitt.  Die 34-jährige französische Malerin und Dichterin Mélanie d’Hervilly-Gohier (1800-1878)

Trotz des großen Altersunterschiedes entwickelte sich eine Liebe und schon drei Monate später heirateten die beiden am 18.01.1835 (mit 80 Jahren).

Fünf Monate darauf zog Hahnemann dann mit seiner frisch angetrauten Gattin in ihre Heimatstadt Paris, wo er begeistert empfangen wurde (21.06.1835).

In Paris beendete er auch das in Köthen entstandene Manuskript für die sechste Auflage des Organons.

Dieses konnte aber erst nach seinem Tod (1921) veröffentlicht werden.

1835-1839 „Die chronischen Krankheiten – ihre eigentümliche Natur und homöopathische Heilung“ 2. erweiterte Auflage

1839 am 10 August feiert er sein 60jähriges Doktorjubiläum

 1841 wird Hahnemann Ehrenbürger von Meißen

Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann stirbt am 2. Juni 1843 im 88. Lebensjahr in Paris, an den Folgen
einer hartnäckigen Bronchitis. Er wurde auf dem Friedhof Monmartre begraben.

1898 wurden seine körperlichen Überreste noch einmal exhumiert und auf dem Friedhof Pere Larchaise in Paris beigesetzt. Kurz vor seinem Tode notierte er noch:

Die unschätzbarsten Güter sind ein reines Gewissen und eine gute Gesundheit; Liebe zu Gott und Selbsterkenntnis geben das eine, die Homöopathie das andere“.

 1921″Organon der rationellen Heilkunde“ 6. Auflage
Die sechste Ausgabe mit vielen Erweiterungen, neuen Herstellungsverfahren für homöopathische Arzneien und Dosierungsrichtlinien erscheint erst 111 Jahre nach der ersten Ausgabe durch Richard Haehl .

Bereits zu Hahnemanns Lebzeiten hatte das Prinzip der Homöopathie Beachtung und Anerkennung erlangt, es beschwor aber auch heftige Diskussionen herauf. Diese Auseinandersetzungen reichen bis in unsere Tage hinein. Trotz zahlreicher Anfeindungen hat sich die Homöopathie in nun über zwei Jahrhunderten unverändert erhalten und es gilt nach wie vor, was Hahnemann in seinem Organon der Heilkunst festhielt:      „Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll“

 

Prof. Georges Vithoulkas

geb. 1932 in Athen

Während seiner Arbeitsjahre als Ingenieur in Südafrika hatte er 1958 erstmals Kontakt mit der Homöopathie. Er absolvierte die Homeopathic Colleges in Bombay und Kalkutta. Nach seinen Studien und der Auszeichnung des „Indian Institute of Homeopathy“ kehrte er 1967 nach Griechenland zurück. Er lebt und lehrt heute auf der Insel Alonissos. In Athen begann er sein Wissen an eine Gruppe von Ärzten weiterzugeben. Hieraus folgte 1970 die Gründung des Athener Zentrums für Homöopathie. 1995 gründete er die „International Academy of Classical Homeopathy (J.A.C.H.)“ auf Alonissos.

Es gibt kaum einen Homöopathen, der sich so strikt an Hahnemanns Anweisungen über die Ausübung der Homöopathie in seiner Gesamtheit orientierte wie Prof. G. Vithoulkas. Seine gesamte Arbeitsweise und seine Theorie über die klassische Homöopathie basieren auf dessen Grundlage.

Gesundheit

Der lebendige Organismus besitzt einen Abwehrmechanismus, der ständig bemüht ist sich an die inneren und äußeren Anforderungen des Lebens anzupassen. Dieser Abwehrmechanismus ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung einer Homöostase d.h. eines Gleichgewichtszustandes zwischen Prozessen, die die Ordnung des Organismus stören und solchen, die sie aufrechterhalten. Jeder Umwelteinfluss bedeutet für den Organismus ein Stimulus, der durch Rezeptoren auf den drei grundlegenden Seinsebenen des Menschen, der geistigen, emotionalen und körperlichen Ebene, wahrgenommen wird.

Gesundheit ist:

  • Freiheit von Schmerzen auf der physischen Ebene
  • Freiheit von negativen Leidenschaften auf der emotionalen Ebene
  • Freiheit des Geistes auf der mentalen Ebene

Essenzen – eine ganzheitliche Sicht der Arznei

Da er bestrebt ist, in der Anamnese neben den charakteristischen Symptomen auch ein ganzheitliches Bild des Patienten zu erhalten, arbeitete er intensiv daran, in den Arzneien einen die Symptome verbindenden roten Faden herauszukristallisieren. Diesen Grundzug oder dieses Thema einer Arznei nennt er „Essenz“.

Er fügte den Arzneimittelbildern eine beachtliche Menge an klinisch verifizierten Symptomen bei, die auf seiner immensen Erfahrung (über 300.000 beobachteter Fälle) basieren.

Schichtenmodell

Behandeln wir nur die Symptome der Erkrankung – wirken wir dem Selbstregulativ des Organismus entgegen und können ihn dadurch nachteilig schädigen. Nicht homöopathische verabreichte Medikamente können die Symptome verdrängen und an anderer oder tieferer Stelle wieder zum Vorschein bringen.

Langanhaltende chronische Erkrankungen sind schwer, weil die Lebenskraft erschöpft wurde. Wir können dadurch das passende Arzneimittel nicht auffinden, da der Organismus kaum verwertbare Symptome und Zeichen aufzeigen kann, oder wir sie nicht erkennen können.

Das Schichtenmodel von George Vithoulkas entspricht Hahnemanns Vorstellungen und kann uns dadurch sehr hilfreich sein, schwere Pathologien erfolgreich zu behandeln. Bei unserer Verordnung müssen wir ein besonderes Augenmerk auf die Arzneimittelwirkung legen, da diese Reaktion uns einen Hinweis auf ein neues Arzneimittel oder eine Bestätigung des gegebenen Arzneimittels liefern kann. Chronische Fälle können häufig zu Beginn nie anhand der Totalität eine Verordnung finden, erst im Laufe der Mitteleinwirkungen zeigen sich neue bestätigende Symptome und der Fall komplimentiert sich langsam. Das individuelle Krankheitsbild bekommt im Behandlungsverlauf eine neue Gestalt und das Verständnis der Zusammenhänge wächst.

Die Fallverlaufsbeurteilung und der jahrelange Erfahrungsschatz von Vithoulkas macht ihn gerade in diesen Fällen zu einem exzellenten Beobachter und Verschreiber.

Bei jeder Erkrankung müssen wir erkennen in welcher Ebene der Pathologie sich der Patient befindet. Es gibt Erkrankungen mit nur einer Schicht, wir geben das passende Mittel und der Patient ist befreit. In schweren chronischen Fällen müssen wir aber 2, 3 oder auch 4 Mittel in der richtigen Reihenfolge verabreichen um Besserung oder Heilung zu erlangen.

Nur durch genaue Beobachtung, richtige Beurteilung des Heilungsverlauf und Geduld, befreien wir langsam den Patienten aus seinem chronischen Siechtum.

Ebenen der Gesundheit

Die Theorie der „Ebenen der Gesundheit“ ist ein zentrales Anliegen von Vithoulkas, die er generell verstanden wissen möchte. Sie stellt eine Klassifikation der verschiedenen Grade menschlicher Gesundheit aufgrund homöopathischer Kriterien dar und dient zugleich als Basis für die bestmögliche homöopathische Behandlung und deren Evaluation.

Dr. med. Willibald Gawlik

1919 – 2003 / Interview mit Andreas Hundseder am 08.09.1999

„Ich mache ja hier keine große Praxis mehr und wenn Sie das als Unordnung ansehen möchte ich das revidieren insofern, es handelt sich hier um ein Chaos; Gott schuf die Welt aus dem Chaos, und deswegen ist die Welt so schön.“

Mit diesen Worten empfing mich ein überaus interessierter und wacher Geist, dem man sein Alter nicht ansieht, in einem mit homöopathischer Literatur überfüllten Praxiszimmer. Ich als Anfänger der Homöopathie mit einer 10jährigen Praxiserfahrung war schon lange Zeit auf diesen Moment gespannt, einen der wenigen noch lebenden Homöopathen der „Alten Schule“ zu interviewen. Kaum war ich gesessen sprudelte es aus ihm hervor.

W. G.: Gut. Ich kann kurz meine Biographie zusammenfassen: Eine normale Ausbildung, Gymnasium, humanistische Ausbildung, Griechisch-Latein in der Schule, Abitur gemacht, habe Medizin studiert, und habe ‘44 im Januar Examen gemacht. War dann Assistent in der Universitätsklinik in Breslau. Für Sie wahrscheinlich noch ein Begriff aus dem Fernen Osten und mein Lehrer war damals Viktor von Weizsäcker, ein damals schon berühmter Mann.

Ich war ein reiner Naturwissenschaftler, schon mit etwas psychosomatischen und psychologischen Gedankengut, gerade von Weizsäcker, aber doch im Grunde genommen rein naturwissenschaftlich ausgebildet, also in einer Richtung, die phantastisch und faszinierend war, und die für mich großen Wert hatte. Ich will das ganze jetzt sehr schnell überspringen. Es war noch Krieg, der Krieg ging zu Ende, ich war in Breslau, ich war in der Festung, war Soldat selbstverständlich, wurde als Arzt eingesetzt, war Regimentsarzt bei einer Gruppe, der Krieg war am 9. Mai zu Ende, besser gesagt am 10., da kapitulierte die Festung, und ich kam in russische Gefangenschaft.

Über die Zeit was zu sagen hat gar keinen Zweck, das versteht eh keiner. Wer weiß schon wie es ist, wenn man ins Wasser springt mit 5 Grad und sagt: ‘Nun schwimm doch! ‘ Versuchen Sie es mal, das schaffen Sie nicht. Da muß man schon Glück haben, daß man davonkommt. Und in dieser Zeit lernte ich so ganz am Rand unter Kollegen einen homöopathischen Arzt kennen, der mir viel von der Homöopathie erzählte und ich hab ihn meistens auf den Arm genommen… mit solchen Dosen helfen zu wollen – das ist doch lächerlich.

Nunja, naturwissenschaftlich unkritisch. Und eines Tages, ich war Lagerarzt, das war 1947 in einem Lager, es war ein kleines Lager nur, vielleicht so 900 Leute. Eines Tages bekamen wir alle, nicht nur die Insassen, sondern auch das Wachpersonal, die Russen, Fleckfieber. Eine furchtbare Epidemie, die grausam war, und es starben fast alle, 10 blieben übrig. Fleckfieber ist eine Krankheit, in der man so 3 Wochen lang Fieber über 40° hat, man ist typhös, im Nebel drin, im tiefen Nebel, man begreift gar nichts mehr, man weiß nichts mehr, man erinnert sich an nichts. Ich wachte auf und es waren nur noch 10 überlebende Kameraden da, die anderen erwachten nie wieder. Uns hat man dann irgendwo in ein anderes Lager gebracht. Unser Zustand war entsetzlich, wir konnten uns, keiner von uns, an irgendetwas erinnern, an nichts, weder wie ich heiße, also absolute retrograde Amnesie. Ich wußte nicht wo ich herkomme, was ich gelernt hatte, ich wußte gar nichts, die anderen auch nicht.

Es war Winter, Ende Februar/März, es war kalt, wir lagen in unserem Zimmer auf der Erde. Wir hatten Schlafsäcke, aber da war kein Stroh drin, sondern nur der reine Sack. Aber wir haben nicht gefroren, ich sage das jetzt wegen dem homöopathischen Gedanken. Uns war immer zu warm und wir schwitzten auch trotz der Kälte. Und wir schliefen fast immer. Wenn wir was zu essen bekamen, es war ja meist nur leere Suppe, schaufelten wir sie rein, und damit war die Sache erledigt. Einen Eimer in der Ecke für Urin, in der anderen für Stuhlgang. Und das war unser Leben. Und eines Tages kam ein Mitgefangener, stellte sich vor er wäre Arzt, und wäre von der Lagerleitung bestimmt uns zu behandeln. „Jaja“, haben wir gesagt, und damit war die Sache erledigt, es interessierte uns gar nicht. Er begrüßte uns einzeln, stellte sich vor und mich hat er umarmt und gesagt: “Mei, Willi, daß ich dich wiedersehe, das ist ja wunderschön.” Ich: “Also, woher kennst Du mich?” “Nuja, nuja, wir haben in dem und dem Lager …“. Ich sag: “Was für ein Lager? Keine Ahnung“. Wie gesagt, ich habe ihn nicht erkannt. Jetzt passierte folgendes: Er saß da auf einem kleinen Holztisch, so einen selbstgebastelten, und hat mit mehreren Flaschen da hantiert: geschüttelt, geschüttelt, geschüttelt. Nun, wenn wir immer kuckten, hat er immer geschüttelt und wir haben gedacht: „Naja, den hat‘s“, aber eigentlich haben wir nichts gedacht.

Und irgendwann an einem Tag, ich kann den Tag genau jetzt nicht mehr sagen, aber es war im Jahr 1947, da bekamen fünf von uns von ihm am Abend 10 Tropfen auf die Zunge. Was das war, weiß ich nicht, keine Ahnung, ich kanns Ihnen dann sagen. Aber damals wußte ich das nicht. Und da alles was in den Mund gesteckt wurde, etwas zu essen oder zu trinken war, haben wir es mit Begeisterung aufgenommen, und dann haben wir weitergeschlafen.

Am nächsten Tag wachte ich auf, ich bin ein Frühaufwacher, immer schon gewesen. Fünf, halb sechs wachte ich auf, und ich habe in meinem ganzen Leben nie das Gefühl gehabt ich bin von einem Auto von hinten angefahren worden. In dem Augenblick hatte ich dies Gefühl. Ich wachte auf und konnte mich an alles erinnern: Ich wußte wieder wo ich herkam, ich wußte wie ich heiße, ich wußte welche Eltern ich hatte, welche Geschwister, wo ich zu Hause war, alles war wieder da, ich wußte, daß ich Medizin studiert hatte, weckte meinen Kameraden, er soll auch aufwachen und aufstehen. Das tat er denn auch und dann lachten wir alle und wir alle fünf haben geheult vor Freude und haben getanzt da drin, das können Sie sich nicht vorstellen was das für ein Zustand war, aus der Hölle aufzusteigen, plötzlich wieder ins Licht zu kommen.

Die anderen fünf lagen da, und wir tanzten rum. Dann kam der Arzt noch rein, und den kannte ich dann auch wieder. Es war der homöopathische Arzt, mit dem ich mich immer gestritten hatte. Naja, und dann bekamen die anderen auch die Tropfen am nächsten Abend und die wachten am übernächsten Tag auf. Grundsätzlich war das für mich eigentlich das Aha-Erlebnis, auf das praktisch alle Homöopathen warten, mal zu erleben wie das hilft und das war … noch schöner geht das nicht und noch stärker geht das nicht. Das war für mich eigentlich der Anlaß für den Fall, daß ich mal wieder nach Haus komme, mich mit dieser Therapierichtung zu beschäftigen.

Die Chancen nach Haus zu kommen waren nun nicht sehr groß, denn die meisten starben ja immer noch. Ich kam 1950 heim und es war ein großes Glück, daß ich noch lebte. Und der Kollege, der mich behandelt hatte ging nach München und wurde später Chefarzt am homöopathischen Krankenhaus in München. Ich hab mich bei ihm gemeldet als ich zurückkam und er hat mich ein Jahr später dann in die Klinik aufgenommen als Assistenten. Und da fing ich dann an, die Homöopathie zu lernen. Vorher schon sehr viel Theorie und da auch praktisch. Das also war mein Weg zur Homöopathie.

Noch gewaltiger, noch faszinierender, noch grausamer kann das gar nicht passieren. Ich habe mich dann wirklich, ja, mit allem was ich besaß an Energie, an Anlagen die mir mein Schöpfer mitgab reingestürzt in das Studium der Homöopathie. Und da ich von der Natur her, und ich persönlich bin sehr gottgläubig, von Gott her, eine unglaubliche Gnade mitbekommen habe, nämlich daß ich ganz wenig Schlaf brauche. Jetzt nicht mehr, ich bin ja über 80 Jahre alt, habe also jetzt schon mal das Bedürfnis auch um elf ins Bett zu gehen, stehe aber immer noch früh auf, war es früher so, daß ich nie vor zwei ins Bett ging, aber immer um fünf aufstand. Aber ich war ausgeschlafen, immer. Und, das heißt: ich habe unheimlich viel Zeit gehabt.

Für mich dauerte der Tag nicht 8 Stunden wie es üblich ist, oder 6 Stunden, sondern für mich dauerte der Tag praktisch 20 Stunden. Wobei ich, genaugenommen jeden Tag 5 – 6 Stunden für mich hatte zum Lernen; und die hab ich weidlich ausgenutzt. Und auch während meiner Praxiszeit hier in Bad Tölz habe ich immer nachts noch lange gearbeitet. Naja, das heißt also, ich hab aus den Ressourcen der Zeit unheimlich viel rausholen können, da wo andere schlafen oder saufen oder Disco machen habe ich die ganze Bibliothek des homöopathischen Krankenhauses gehabt, es gibt da kein Buch, was ich nicht gelesen habe ein oder zwei mal. Da ich ja dreieinhalb Jahre da tätig war, können Sie sich vorstellen, daß da doch, da mein Gedächtnis verhältnismäßig gut ist, unheimlich viele Imprägnationen für die Homöopathie da sind, und ich hatte das große Glück, sehr sehr gute Lehrer zu haben. Der eine, der mein Chef war, der ist weder berühmt noch bekannt geworden, war aber ein Mensch, der unglaubliches Wissen hatte von der Homöopathie, vor allen Dingen die Arzneimittelbilder.

Gut, ich musste also die Homöopathie lernen, so wie man sie noch Anfang des Jahrhunderts lernte. Damals existierte der Kent zwar, aber nur englisch. Und da ich ja Griechisch-Latein gelernt hatte, von Englisch keine Ahnung, konnte ich damit nicht umgehen. Brauchte es auch nicht, denn mein Chef stand auf dem Standpunkt: Wichtig sind die Arzneimittelbilder und das Simile. Und da gibts nur eins: Lernen, Lernen, Lernen. Das heißt also: Arzneimittelbilder lernen.

Ich hatte weitere Lehrer, dazu gehörte Pierre Schmidt, das war damals der Guru. Und ich war sehr viel unterwegs: ich war bei Künzli, bei Floury, Dorsci, Ortega, Pasqueo, Braun, ich habe also unheimlich viele Menschen gehabt, die alle eine andere Grundeinstellung zur Homöopathie hatten. Künzli ist eigentlich der hahnemannischste von allen gewesen, auch Pierre Schmidt und das fehlt heute so und das möchte ich jedem ins Herz legen.

Hahnemann macht uns das nicht schwer, er sagt uns aber an drei Stellen deutlich, hinzuhören was der Patient sagt und nicht zu verpsychologisieren oder verphilosophieren. In den Paragraphen der Anamnese, da heißt es doch: „Der Arzt sieht, hört, bemerkt durch die Sinne was verändert und ungewöhnlich ist und der Kranke klagt den Vorgang seiner Beschwerden, Punkt.“

Man schreibe alles auf mit den nämlichen Ausdrücken, deren der Kranke sich bedient. Man läßt ihn ausreden, nicht abschweifen, ohne Unterbrechung langsam sprechen, man ermahne ihn.
Und dann kommt die andere Stelle, man soll um Gottes Willen alle Vermutungen und sonstigen Sachen weghalten. Hahnemann macht uns das sooo einfach, und alle machen sich das sooo schwer, da gibt es sogar Zeitschriften, wo Tiefenpsychologie sich mit homöopathischen Gedanken beschäftigen. Das paßt ja gar nicht zusammen, die Homöopathie ist eine Phänomenologie und es ist falsch wenn Symptome gedeutet werden, die Ausage unseres Patienten ist das einzige Kriterium und nicht unsere Interpretation. Um das zu verstehen muß man den Organon studieren, dort steht alles wortwörtlich, aber sogar dieses Buch wird immer von neuem Interpretiert häufig sogar noch von „Homöopathen der neueren Generation“, die sollten lieber erst mal 40 oder noch besser 50 Jahre tagtäglich in der Praxis bestehen dann würden sie erkennen das unser Organon keiner Interpretation bedarf. Denn es wird sich alles, jedes Detail in der Praxis bestätigt finden.

Die Frage der Potenzen. Wie Sie wissen, sind ja die Potenzen sehr spät erst in die Praxis von Hahnemann reingekommen, die potenzierte Arznei. Er war der Mann mit dem Simile und dabei müssen wir bleiben. Erst war das Simile und dann kamen die Potenzen. Und dann kam Kent. Und der hat ein wunderbares Buch geschrieben, Theorie der Homöopathie. Und er ist mit seiner Potenzierung immer höher gegangen den er kannte nicht die 6. Auflage des Organons. Die sechste Auflage ist etwa 1926 erschienen, und Kent ist 1916 gestorben. Das heißt also, er kannte die fünfte Auflage, und in der fünften Auflage da fordert Hahnemann ja alle auf sie sollen mal noch mit höheren Potenzen probieren. Er hat‘s ja selber auch gemacht und ist dann wieder zurückgegangen – sehr schnell sogar. Ich hab‘s auch gemacht – und ganz schnell wieder zurückgegangen; denn in der sechsten Auflage § 276 steht: Allzu große Gaben einer treffend homöopathisch gewählten Arznei und vorzüglich noch eine Wiederholung derselben richten in der Regel großes Unglück an und setzen den Kranken in Lebensgefahr oder machen seine Krankheit unheilbar. Wer liest die Zeilen schon?

A.H.: Wie haben dann Sie behandelt?

W. G.: Ich hab am Anfang in meiner Ausbildung rein naturwissenschaftlich behandelt, nur in niedrigen D-Potenzen oder C-Potenzen und bin erst dann, nachdem ich Künzli und Pierre Schmidt kennengelernt hatte, da hab ich dann die hohen Potenzen kennengelernt, das heißt über die C30 hinaus. Für uns war die C30 ja schon eine absolut hohe Potenz. Erinnern Sie sich bitte, wenn wir von der 30er Potenz reden an Rudolf Steiner, er ist Anthroposoph. Bei ihm ist bei 30 das Ende. Es gibt nichts über D30, das heißt mit anderen Worten: Er steht ja auf dem Standpunkt, daß hier bereits ein Eingriff nicht nur in die Psychosomatik des Menschen bis in seine Seele hereinkommt, sondern auch ins Charisma – und ganz Unrecht hat er nicht.

Und was machen wir in der Homöopathie? Wenn man uns vorwirft, wir verdünnen jenseits der 10 hoch -23 weiter, das stimmt ja gar nicht, wir verdünnen ja doch gar nicht. Wir verdünnen ja nur bis zu dem Punkt wo, nichts mehr da ist, dann kann ich nichts mehr verdünnen. Wir verdünnen ja nicht nur – das ist ein physikalischer Prozess – sondern wir verschütteln/dynamisieren. Das ist was ganz anderes. Da wird nicht die Substanz geschüttelt, die wird ja nur verdünnt, sondern wir schütteln die Dynamis des bereits immer weiter verdünnten und verkleinerten Wesens der Arznei.

Vergleichbar, und kein Mensch denkt daran, es war im Jahre 1920 oder 1921 da hat ein gewisser Prof. Pohl in Göttingen eine physikalisch interessante Arbeit veröffentlicht – damals waren wir ja schon ziemlich weit mit Chemie und Physik – und er hat gesagt, die Potenzierung in der Homöopathie, die Verschüttelung, wo alles so schön drüber lacht, ist ein ungeheuer interessantes Phänomen, weil sie nämlich Dinge an die Oberfläche bringt, die man sonst nicht sehen, hören oder schmecken kann. Er machte folgende Versuchsanordnung: Ein Vierkanteisen wird mit zwei Klammern eingespannt. Und dann schlug er mit dem Vorschlaghammer zehnmal ganz gewaltig auf diesen Eisenstab. Danach war der Stab magnetisch geworden. Der Magnetismus ist auch etwas wo wir uns drumherum bewegen, was wir da messen an Gauß und anderem sind physikalisch gesehen Masseinheiten der Energetik und der Kraft, aber im Grunde sind das die Wesenheiten des Eisens. Wir dürfen die Potenzierung und die Verdünnung nicht in einen Topf legen, das sind zwei Töpfe.

Wenn Sie sich heute ein Lebewesen ansehen, nehmen Sie mal einen Menschen, und dieser Mensch wenn Sie den als Graphik zeichnen (er zeichnet einen Kreis und schneidet ihn in der Mitte mit einer Linie), so, dann ist das der Mensch. Unterm Strich das heißt lateinisch substare, das ist die Substanz, sie liefert der Naturwissenschaft alle physikalisch und biochemischen, registrierbaren und messbaren Daten. Das sind die Laboruntersuchungen, was sie machen, Eiweiß, Cholesterin, Harnsäure, etc. – vom EEG bishin zur genetischen Substanz. Alles aus der Substanz, aus der Substanz! Was hier ist, was aus der Substanz heraustritt (über dem Strich), das ist die Ekstase. Hier haben wir substare, hier haben wir ekstase. Das ist die Ekstase, das ist das Wesen des Menschen. Und da ist drin: Glaube, Hoffnung, Liebe, Temperament, Charakter, da ist Affekt drin, da ist alles das drin, was einen Menschen menschlich macht. Das Wesen des Menschen ist bei jedem anders. Wenn schon körperlich jeder Fingerabdruck, unterschiedlich ist, ja wie muß denn erst die Hand sein, der Arm, geschweige denn von Psyche, von Temperament, von Demut und und und und und – bei jedem anders.

Und heute bei 6 Milliarden Menschen können Sie im Internet einen Fingerabdruck suchen und es gibt nur einen. Das ist das Körperliche, Messbare. Aber das nicht Wägbare, nicht Messbare und da nehmen wir nur mal den Begriff ‘Temperament ‘ und ‘Charakter ‘: Können wir nicht messen, was wollen Sie da messen? Und das ist der Mensch und das macht den Menschen aus.

Ein Praktisches Beispiel: Der Doktor dem sie gegenübersitzen hat noch kein Wort mit Ihnen gesprochen, “ich hab Ihre Befunde aus dem Labor, also die Sache ist völlig klar. Der hat den Patienten noch gar nicht gesprochen und da weiß er schon die komplette Diagnose und Therapie. Der Patient steht da und sagt (kleinlaut): “ich bin doch krank, warum fragt der da im Labor nach?” Hat das Wesen unwichtig zu sein? Für die Wissenschaft ist nur die Substanz wichtig. Und hier kommt der Unterschied: Für uns ist auch das Wesen wichtig.

Das Arzneimittelbild ist ja nicht nur eine Frage des Krankheitsbildes, durch die Arzneimittelprüfung sichtbar gemacht, sondern ist ja auch eine Frage dessen, wer die Krankheit hat. Denn jeder, der einen Schnupfen hat, hat ihn anders. Und deswegen brauchen wir auch die Fragen: ‘Haben Sie kalte Füße an heißen Sommertagen? ‘, Strecken Sie die Füße aus dem Bett? usw. Es ist eine individuelle Sache. Das kann die Allopathie nicht. Denn die behandelt ja die Krankheiten. Die Krankheiten ist aber doch nur eine, in der Waagschale nach unten oder oben gefallene Situation, mit Meßwerten die sich täglich ja stündlich ändern können, das ist doch nur der Ausdruck, des eigentliche Geschehen bleibt verborgen.

Heute messen wir nach Milligramm, nach Nanogramm – wer kann sich denn vorstellen, was ein Nanogramm ist? Können Sie sich ein Gramm vorstellen? Naja, ungefähr, bei Salz; ein Milligramm Salz, ja, da hörts schon auf, dann kommt das Nanogramm mit einem Milliardenstel Gramm und das sind bei uns absolut Messwerte mit denen wir heute uns gegenseitig beschönigen, bewerfen, oder Gedanken machen. Wir leben in einer Zeit mit Zahlen und die Zahlen – da kommt nochmal Homöopathie, homeios – ähnlich; pathen heißt ja doch nicht Leiden. Wenn Ihnen einer sym-path-isch ist, leiden Sie dann? Nein! Es heißt Fühlen! Das gehört auch dazu, das ähnliche Fühlen, ich muß mit dem Patienten mitfühlen; ich tu‘s ja auch, mit der Arzneimittelprüfung. Mit der AMP erlebe ich das Kranksein, es ist ja eine Kunstkrankheit. Es ist keine natürliche Krankheit. Aber ich erlebe mit der Symptomatik diese Krankheit und damit betrete ich den Erlebnisraum und den Erfahrungsraum eines Kranken.

Ganz früher war der Theologe der Pharao, er war zugleich der höchste Arzt, und der höchste Priester. Und aus dem Priestertum heraus hat sich ja erst die Medizin entwickelt und die Philosophie. Erstmal beide zusammen, und dann sind die auch auseinandergegangen – und heute streiten sie. Ein Pharmakon – homöopathisch wie allopathisch – bleibt ein Mittel, das seinen Ursprung auch in der Religion hat, und das darf man auch nicht vergessen. Goethe sagt sehr schön: “Die höchsten Wunder und größten Geheimnisse dieser Welt liegen in herbis, verbis et lapidibus. Das heißt: in der Botanik (herbis), also in den Gräsern; in verbis – in Worten, Psychologie und in lapidibus – in den Steinen. Bei mir sehen Sie eine ganze Menge Edelsteine, da ist faszinierend, wie das alles zusammenpaßt. Und das was an Geheimnissen dadrin ist, da gibts einen Altar von Asam, da steht so schön drin: Zwei Engel umkreisen die Tafel, das heißt griechisch übersetzt: Mein Geheimnis ist bei mir. Beim Schöpfer, nicht bei Euch. Ihr kommt nicht dahinter. Ihr findet Nanogramm und Pikogramm und wie ihr es auch benennt, aber das Wesen findet ihr nicht.

Und das was heute modern ist, vergessen Sie nicht, das Wort modern heißt ja auch modern. Nur was modert kann wieder neu auftreten und modern sein. Wenn wir heute Computer haben und automatische Türen, wie beim Kaufhof wo Sie rein- und rauf gehen, in der Bank, überall geht die Tür auf und zu, das ist ja alles schon mal dagewesen, können Sie bei Homer nachlesen. Ja, sicher in der Illias steht das drin, wie Hephaistos, der Götterschmied hat Himmelstore geschmiedet, die brauchte man nicht mehr aufzumachen, sondern automatisch öffneten sie sich. Und der hat auch, um die Götter zu bedienen, der war ja auch Mundschenk, das war ihm zu viel Arbeit, hat er dreifüßige Gestelle gebaut, die herumlaufen konnten und die Wein und Essen ausschenken konnten. Dreitausend, Viertausend Jahre her. Und wenn Sie heute den Tintenfisch ankucken, wie der im Meer herumschwimmt, wie der im rechten Winkel abbiegen kann. Der hat genau den gleichen Düsenformationsaufbau wie unsere Jet. Ist alles schon dagewesen, ist alles nichts Neues. Das ist modern, eben weil das modert nicht, das bleibt immer so.

Aber noch mal zurück zur Homöopathie: Das was der Homöopathie auch wieder als Geheimnis erblickt, im Wesen einer Pflanze, es ist ja nicht die Substanz. Die Heilwirkung liegt ganz woanders, die liegt in dem Wesen der Arznei und hier haben wir in der alten Etymologie, also in der Wortkunde, ja schon die Begriffe drin.

In Medikament, was heißt Medikament? Ganz einfach: lateinisch heißt medicare heilen. Wohlgemerkt, das heißt auch vergiften. Medica ist der Imperativ: Heile! Und mens mentis ist der Verstand, ist aber auch das Herz und die Seele, gemütsmäßig. Das heißt: Heile mit Verstand! Wer weiß denn heute schon, wenn er ein Medikament verschreibt, daß er etwas Heilendes verschreibt. Und zum medicamentum gibts noch eins, das ist sacramentum: Sacramentum heißt heilen/heiligen mit Verstand, das ist der Tabernakel, das Allerheiligste, wenn wir es katholisch betrachten. Unabhängig davon, rein vom Wortstamm her ist das ja eins. Man nannte früher die ganze Kommunion: Sacramentum atanasium, das ist das Heiligmachende zur Unsterblichkeit.
Ich habe Ihnen was rausgelegt, was Sie hoffentlich vielleicht schon gelesen haben, von Herbert Fritsche, “Die Erhöhung der Schlange”. Da drin können Sie so viel rauslesen, wie Sie begreifen werden.

Die Frage, wird denn die Homöopathie heute im Zeitalter der virtuellen Elektro- oder meinetwegen Quanten-Elektro-Dynamik, wird die überhaupt noch eine Existenz haben können? Die Quanten-Elektronik wird die erste sein, die die Homöopathie beweist oder beweisen kann, lassen wir es offen.
Ich möchte mich dem anschließen was Pater Veit am Ende seines langen Wirken über die Zukunft der Homöopathie aussagte. Pater Veit , ist Ihnen das ein Begriff? Pater Veit ist der Sohn eines jüdischen Rabbiners, er ist mit 18 Jahren Katholik geworden, hat Theologie studiert, hat promoviert, ist Professor der Theologie geworden, und war fast 20 Jahre Domprediger in St. Stephan in Wien, er muß also ein recht kluger Kopf gewesen sein. Er hat während seiner Zeit als Pfarrer Medizin studiert, hat Staatsexamen gemacht und hat sowohl in Tiermedizin und Medizin promoviert und ist Professor geworden. Und dieser Mann hat die Homöopathie kennengelernt und sie angewendet. Und der ist 1836 in Wien berühmt geworden, denn von seinen 700 Cholera- Patienten, sind nur 4 gestorben. Hahnemann starb 1843, er starb 20 Jahre später als er schon 90 Jahre alt war.
Kurz vor seinem Tod wurde er gefragt: Hahnemann ist tot, du wirst auch bald sterben, wie lange dauerts noch, bis die Homöopathie stirbt?” Und da hat der Pater Veit folgendes, fast wörtlich, gesagt: “Solange die Homöopathie von innen und von außen gerüttelt und geschüttelt wird, so wie sie selber ihre Medikamente rüttelt und schüttelt, solange wird sie wachsen und immer dynamischer werden und alle anderen Therapien in die Ecke stellen.”

Das Wort „beweisbar“, das ist genauso als wenn Sie in einem Buch schreiben über den Gottesbeweis. Das Geistwesen, das geistartige der Arznei zu beweisen, kann man nicht und wir werden es auch nie beweisen und ich halte es auch für dumm, das beweisen zu wollen. Warum? Das ist ja dann wieder Naturwissenschaft. Wie wollen Sie einen Informationsprozeß beweisen … wir können das messen, ja, uns unterschiedlichste Modelle zurechlegen und die mit den besten Ergebnissen annehmen.

Beim Zitteraal, auf 10 Kilometer Entfernung wenn er ein Weibchen sucht, dann strahlt er irgendwas aus. Niemand weiß was, das Weibchen kommt und läßt sich befruchten. Warum die Sonnenblume – hier kennen wir genau ihre Bestandteile – und warum dreht sie sich zur Sonne hin? Heliotrop nennt man das. Warum? Warum geht die Silberdistel, wenn man einen Tropfen Wasser drauf wirft, sofort zu? Und warum der Frühlingsenzian, die blaue Wiese – herrlich! Nur wenn die Sonne nicht scheint – da war doch gestern noch alles blau – zu! Und wenn die Sonne scheint und alle Enziane sind auf, gehen Sie mal mit dem Schirm hin, halten den hin. Da wo der Schatten ist gehen sie zu. Das können Sie an der Substanz doch nicht ablesen. Das ist die Ekstase, das aus der Substanz Herausgetretene.

Und auch das Heilen darin, das Heil aus dem religiösen Bereich hat vom Wortstamm her den gleichen Inhalt wie die Arznei. Und heilen kann man nur auf dem Geistweg. Das Wort „Mensch“ kommt ja nicht vom Wort „Mann“ wie man sagt , sondern es kommt aus dem Persischen. Mensch heißt „Geistwesen“. Und deswegen hat Hahnemann Recht mit dem geistartigen, dem nicht-meßbaren, wir werden es nicht beweisen, wir werden es wissen. Wir werden vielleicht wissen, daß es geholfen hat, meßbar sogar, naturwissenschaftlich meßbar. Aber den Heilprozeß als solchen werden wir nicht messen können er wird ein Geheimnis bleiben.

A.H.: Vielen Dank.

Youtube: Dr. med. Willibald Gawlik

Dr. Alfons Geukens

30.09.1944 – 18.10.2010

Ein faszinierender Homöopath, Lehrer und Mensch

Ein faszinierender Homöopath, Lehrer und Mensch

Interview mit Dr. Alfons Geukens, während unserer 3 jährigen Ausbildung im Aude Sapere – Institut für klasssiche Homöopathie Augsburg. Interview pdf >>

Ich möchte Ihm nochmals Danken für seine unermüdliche Arbeit, uns seine Art des Denkens und seine Vorgehensweise in der Homöopathie zu lehren.

Andreas Hundseder: Dr. Geukens, wie sind Sie zur Homöopathie gekommen, und wie war Ihr persönlicher Werdegang in der klassischen Homöopathie?

Dr. Geukens: Als ich Anfang 1979 aus dem Kongo zurückgekommen bin, habe ich angefangen als Hausarzt tätig zu sein. Ich habe gesehen, dass ich mit meinen schulmedizinischen Medikamenten keinen Menschen wirklich heilen konnte. An einem bestimmten Tag hat jemand gesagt, dass er geheilt wurde mit einer sogenannten „Homöopathie“ und mit nur einer Tablette. Da habe ich meinen Assistenten gefragt, ob er Homöopathie kenne, er antwortete ja. Ich fragte, wo man ein Buch kaufen kann, er antwortete im Norden Hollands, in Arnhem ist ein Buchhandel, wo es die Bücher gibt. Eine Woche sp.ter bin ich dort hingefahren und habe nach Büchern über Homöopathie gefragt. Dann hat der Verkäufer angefangen zu lachen und hat gesagt ich gebe Ihnen zwei Bücher und wenn Sie sie gelesen haben kommen sie zurück. Ich habe die Materia medica von Kent und sein Repertorium bekommen. Die habe ich studiert und durch meine viele klinische Erfahrung habe ich diese Bücher als richtig anerkannt. Im ersten Jahr habe ich das dann ausprobiert, ich habe Husten mit Bryonia geheilt. Ohne es jedoch richtig hom.opathisch angewandt zu haben, nur mit Hilfe von Kents Materia medica. Ja gut, dann habe ich h.ufger akute Fälle gesehen, die gut reagiert haben, dann habe ich mir gedacht na gut, das mache ich. Im Lauf der Zeit habe ich dann einige Leute gesehen, die haben es dann herumgesprochen, das da einer so Pfanzenmittel verschreibt. Dann habe ich mir gesagt, das muss ich noch genauer studieren. Irgendwie habe ich dann von George Vithoulkas gehört und habe ihm geschrieben, ob ich kommen kann. Ich habe bei ihm 1981 angefangen Homöopathie zu lernen. Wenn ich ehrlich bin muss ich aber sagen, das ich das meiste bei Kent und durch meine eigene praktische Erfahrung gelernt habe. Vithoulkas hat mir das Gesammtbild der einzelnen Mittel gelernt. Er sagte immer Alfons das Arzneimittelbild in seiner Ganzheit mu. erkannt werden nur das ist wichtig – Similia Similibus Curentur. Alles was die Anderen sagen muss nicht stimmen. Und dann bin ich meinen eigenen Weg gegangen, basierend auf meine praktischen Erfahrungen. Das sind jetzt 20 Jahre.

AH: Ja Ihren eigenen Weg, aber wie ging der dann weiter? Sie haben ja auch ein Zentrum gegründet?

Dr. Geukens: Ja, George (Vithoulkas) hat gesagt, Sie müssen ein Klinik-Training-Zentrum gründen, weil es zu viel Theorie gibt, man muss die Hom.opathie in der Praxis lernen.

George hatte seine Praxis mit verschiedenenÄrzten, wo er dann abends Unterricht gegeben hat usw.

AH: In Athen?

Dr. Geukens: Ja. Seine Idee war ein Klinik-Training-Center, wo man klinisch lernen kannmit Patienten. Das hat er im August 1982 gesagt und ich habe im September 1982 angefangen ein Zentrum zu bauen und war im Juli 1983 fertig. Dann haben wir angefangen mit 5 Ärzten usw. Und so ist das eine Ausbildung mit 3 Jahren geworden und man beendet es mit einem Diplom. Es ist ein Vollzeitdienst mit Wochenend- und Nachtdienst und wir sind 24 Stunden am Tagerreichbar. Clinical Training Center for Classical Homoeopathy Hechtel

AH: Und wie viel Ärzte bilden Sie da aus, bzw. wie viele Patienten kommen da?

Dr. Geukens: Ich denke wir haben so in etwa 200-250 Patienten pro Tag. Wir haben heute alles auf Computer gespeichert. Wir haben bis heute so um die 60 000 Patienten behandelt und dokumentiert.

AH: Supervisieren sie Ihre Ärzte?

Dr. Geukens: Ja. Das System wirkt so, dass wir 5-6 Supervisoren haben. Jeder Supervisor hat einen 1/2 Tag pro Tag, wo er nur Supervision macht. Ich selber habe 2 halbe Tage pro Woche. Und so haben die Schüler 10 halbe Tage pro Woche Supervision. Aber der Supervisor kann nur Supervision machen, er kann keine eigenen Patienten haben in diesem Moment.

Dann kommen die neuen Studenten, Ärzte in Ausbildung, sie haben dann ihre Patienten. Und nach der Anamnese kommen sie mit ihren Unterlagen, und nachher mit ihrem Patienten zum Supervisor und dann diskutieren sie über diesen Fall und verschreiben danach.

AH: Anhand Ihres Seminars oder was ich auch sovon Kollegen kenne, ist Ihr Institut ja sehr erfolgreich. Auf was begründen Sie diesen Erfolg?

Dr. Geukens: Ja, was soll ich sagen. Wir arbeiten genau wie Hahnemann gesagt hat. Das bedeutet studieren. Sie haben auch Unterricht während der 3 Jahre im Trainingszentrum und sie müssen auch Prüfungen machen.

Ich denke, dass wir sagen können, nur weil wir Hahnemann genau folgen. Das bedeutet, Repertorisation, hintergründige Konsultation. Auch haben wir gelernt, am Anfang war das so, dass wir leicht das Mittel wechselten, aber heute, in den letzten 10 Jahren denke ich, brauchen die meisten Patienten nur ein Mittel konstitutionell und häufig dasselbe Mittel situationell und dann natürlich gibt es auch noch die miasmatischen Fälle. Aber im Allgemeinen, ist das heute gut, wie soll ich sagen das Chaos ist weg, wir sind ruhig, und wir verstehen die Heilungsverläufe besser. Durch die Erfahrung haben wir, denke ich eine Idee wie das in der Praxis geht. Die Gefahr ist, dass man Theorien macht den jeder will Erfolge haben.

Und wir haben gesehen, durch nur einmalige Mittelgaben, das z.B. bei einer C 200 , das Mittel nicht wirkt, aber dass eine M wirkt. Das M nicht wirkt, aber die XM wirkt. Und dass man in bestimmten Fällen öfter wiederholen muss usw. Das ist nur durch die Praxis, dass wir dadurch guten Erfolg haben. Es basiert nicht auf Theorie, sondern auf Praxiserfahrung. Und wir sehen dass in mehr als 90 % dieser Fälle, im Akutfall z.B., dass wir das alles lösen können, mit den Informationen die wir heute haben, auch in chronischen Fällen sind die Chancen groß, dass wir Erfolg haben. Das ist auch durch die Praxis gekommen, wo wir viel gesehen haben, weil die Patienten im akuten Zustand, immer (Tag undNacht) kommen können.

Man lernt durch Erfahrung, dass man die meisten chronisch kranken Patienten nicht heilen kann mit nur einer Gabe eines Mittels. Dass diese Menschen in einer Situation sind, wo die Energie wieder weggeht und wo man dann das Mittel wiederholen muss.

AH: Also wie Sie im Unterricht lehren, ein Mensch ist ein Mittel ein Leben lang, kann man das sosagen?

Dr. Geukens: Hahnemann sagt, man muss wissen, was Krankheit ist. Wir sagen Krankheit, aber es sind nur Symptome von einem Patienten wodurch er versucht im Gleichgewicht zu bleiben. Ein Symptom ist nur ein Reaktionsmechanismus von einem Menschen um im Gleichgewicht zu bleiben. Wenn man dann eine chronische Krankheit hat, so bedeutet das, seit 10, 20, 30 Jahren hat der Patient immer die gleichen Symptome, das bedeutet dann bei gewissen Voraussetzungen, dass ein Mensch all diese Symptome hervorbringt um im Gleichgewicht zu bleiben. Dann kann man nur dadurch heilen, dass man alle Symptome zusammennimmt und schaut, auf welches Mittel stimmt diese Symptomatologie am besten. Und es ist doch logisch, dass wenn ein Mensch seit 20 oder 30 Jahren die gleiche Symptomatologie herausbringt, dass dieser Mensch dann nur ein Mittel braucht, weil er immer in dieser sogenannten chronischen Krankheit bleibt, was nur ein Versuch dieses Kranken ist, durch diese Symptome im Gleichgewicht zu bleiben.

So, und dann haben wir auch gesehen, wenn man wirklich alle Symptome zusammennimmt und wir fnden dieses Mittel das Similimum, dass diese Leute dann gesund werden. Wir haben tolle Erfolge seit über 18 Jahren, dass die Patienten nur ein Mittel brauchen. Und jedes Mal wenn eine Art von Rückfall kommt indiziert die Symptomatologie, dass sie dieses Mittel brauchen. Kent spricht dann von Konstitutionsmittel. Das ist das was Hahnemann sagt: Jede Konstitution ist empfndlich für bestimmte Umstände und sie bringt dadurch auch bestimmte Symptome hervor.

AH: Und wenn der Patient diese chronische Krankheit überwunden hat, bleibt sein Mittel stabil, oder braucht er dann ein anderes Mittel?

Dr. Geukens: Im Allgemeinen ist das so, dass ein Mensch mit seiner Konstitution geboren wird und sie behält. Er bleibt wie er ist, ein Leben lang, er denkt wie er denkt. Sein Verhalten ist wie er ist. Ich glaube nicht, dass ein Mensch eine andere Konstitution haben kann, das geht nicht, das ist auch unlogisch. Und das sehen wir auch in der Praxis.

AH: Und die 2. Art der Verschreibung?

Dr. Geukens: Die 2. Art ist natürlich wenn Leute unter einem starken Einfuss von außen sind. Dann kann dieser Einfuss so stark sein, dass sie auf diese Umstände sehr stark reagieren und dass sie dann Symptome zeigen, die eine Umständeverschreibung brauchen und dann ändert sich diese Symptomenabfolge völlig. Es hängt natürlich von der Ausheilung ab, wie stark der Einfuss ist. Wenn der Einfuss sehr stark ist, dann gehen die chronischen Krankheitssymptome weg und dann kommt natürlich die akute Symptomatologie heraus und dann verschreibt man ein Mittel das nicht ein Konstitutionsmittel ist, aber ein dem Umständen entsprechendes Mittel. Eine 3. Art von Verschreibung ist, dass bestimmte Krankheiten, die unsere Eltern und Großeltern hatten, uns diese Schwäche vererbten, und dass durch bestimmte Umstände diese Schwäche rauskommt und dass der Patient dann Symptome zeigt, die z.B. Tuberkulin ähnlich sind, weil es in der Familie viele Tuberkulosefälle gab. Und dann kann diese Verschreibung auch eine konstitutionelle sein oder aber sehr oft ist es eine situationelle Verschreibung. z.B. eine Infuenza, eine Grippe, eine tuberkuline Grippe. Das kommt nur bei diesen Leuten vor, wo man weiß, dass in der Vergangenheit der Großvater oder jemand anders an Tuberkulose gestorben ist.

Aber das muss nicht immer nur situationell, es kann auch konstitutionell sein. Aber in den meisten Fällen bleiben es akute Verschreibungen. Oft hervorgerufen durch klimatische Einfüsse Winter, Herbst und Frühjahr wo man dann diese tuberkulinen Fälle sieht. Natürlich auch andere Mittel. Der Patient reagiert nicht auf Natrium muriaticum.

Aber er reagiert sofort auf Syphilinum. Und dann kommt das Natrium Symptom zurück. Und das ist ein vererbter Einfuss von Syphilis. Aber man verschreibt nicht Syphilinum, weil es Syphilis gewesen ist, sondern man verschreibt Syphilinum weil es auf ein homöopathisches Bild basiert.

AH: In der Homöopathie gibt es sehr viele Richtungen. Was glauben sie wird die Zukunft der Homöopathie sein?

Dr. Geukens: Das einzige ist, dass man genau den Weg von Hahnemann folgt. Hahnemann hat 50 Jahre, ich weiß nicht wie lange, versucht zu heilen. Er hatte natürlich nur 60 Mittel, was schon viel ist, wenn man diese 60 Mittel gründlich kennt.

Heute kritisiere ich, das viele homöopathisch Arbeiten aber ihre Mittel nicht kennen. Und ein Mittel lernt man nicht nur in den Büchern, ein Mittel lernt man durch Patienten. Der einzige Weg um wirklich ein Mittel zu besitzen, ist durch Erfahrung mit Patienten. So man folgt dem Weg, den Weg Hahnemanns und eben Hahnemann hat gesagt im Artikel 282 Fußnote das man, wenn die Symptome noch auf der Haut sind das Mittel in höheren Dosen wiederholen muss und das ist das, was wir in der Praxis sehen.

AH: Sie sprechen hier von Q-Potenzen.

Dr. Geukens: Sagen Sie mir, was der Unterschied zwischen einer Q-Potenz und einer Centesimal-Potenz ist? Kein Mensch weiß es. Es gibt kein Instrument um dieses Energielevel zu messen. Aber Hahnemann hat auch am Ende seines Lebens gesehen, dass er nie heilen konnte ohne sein Mittel öfters zu wiederholen. Und das ist es, was wir in der Praxis sehen. Und alles fndet man im Organon! Alles! Darum denke ich, soll man dem Weg Hahnemanns folgen, und wenn man diesem Weg nicht folgt, dann sagt man am Ende, die Mittel wirken nicht. Natürlich wirken sie. Wenn man genau folgt, was Hahnemann geschrieben hat und wendet es in die Praxis an, durch studieren der Materia medica, Berufung usw. Das wichtigste ist die Erfahrung die man mit Patienten macht, da merkt man sehr schnell was richtig und was falsch ist. Die große Gefahr heute ist natürlich, dass die Leute nicht mehr wissen, was ist was…. Da ist ein Chaos im Kopf von vielen Menschen, die Homöopathie

Kein Mensch hat das Recht nur Theorien aufzustellen und dann zu sagen das ist auch Homöopathie. Das geht nicht. Und das ist ein Problem. Ich bin offen für neue Prüfungen, wenn die gemacht sind ist das kein Problem. Man kann alles prüfen.

In der Praxis bewähren sich vor allem die bekannten Mittel, um grundlegend zu heilen. Ich benötige oft Jahre um die unterschiedlichen Aspekte eines Mittels zu beobachten und erfahrbar zu machen. Wer hat da noch Zeit sich mit den vielen neuen Mitteln auseinanderzusetzen. Viele Aspekte von Natrium muriaticum die ich gelernt habe sind über jahrelanges Beobachten in der Praxis erst deutlich geworden. Leichter ist es eine Homöopathie zu verbreiten und zu praktizieren die nur auf Ideen basiert.

Man kann das machen, aber man hat eine Verantwortlichkeit. Und das geht nicht, wenn man ein schwer krankes Kind hat, da kann man nicht einfach auf Ideen oder Modemittel verschreiben. Man muss wirklich so verschreiben, dass man überzeugt ist, das dieses Mittel indiziert ist für den kleinen Patienten. Das andere geht nicht, das ist eine Gefahr für die neuen Studenten. Sie wissen nicht mehr wo Norden und Süden liegt. Sie haben keine Orientierung mehr.

Sie müssen erst das Repertorium und die Materia medica kennen und Praxiserfahrung sammeln, bevor sie kranke Menschen behandeln. Eine Gefahr ist heute, dass die Homöopathie nicht mehr mit den Füßen auf dem Grund steht. Sie hebt ein bisschen ab. Im Zentrum arbeiten wir nach Hahnemann , dadurch sind wir alle zufrieden, wir haben guten Erfolg und sind sehr genau und auch etwas diktatorisch, in der Homöopathie und nicht in Ideen.

AH: Also sie würden sagen, dass der Weg den Sie gefunden haben, der Homöopathie entspricht und mit dem Weg sind Sie glücklich und zufrieden?

Dr. Geukens: Ja, ich bin zufrieden. Damit sind wir wirklich zufrieden. Wenn man sieht, dass seit 10 Jahren jeden Tag zwischen 10 und 15 neue Patienten ins Zentrum kommen. Das bedeutet, dass die Leute zufrieden sind. Wir machen keine Werbung für Patienten. Das geht von einem zum anderen und viele, viele Kinder kommen und das geht wunderbar.

Aber es nützt nicht nur irgendwas zu verschreiben, man muss das passende Mittel verschreiben, wenn man versucht den Patienten zu heilen. Nicht der Computer macht die Verschreibung, der ist dumm. Man versucht den Patienten zu verstehen, die Umstände wie er lebt…… usw., usw.

Das ist eine schwere Arbeit. Um ein Mittel zu fnden. Aber die Symptome brauchst du, um zu versuchen den Patienten wirklich zu verstehen. Und das ist die richtige Homöopathie. Man muss ein guter Mensch sein; ein Arzt oder Heilpraktiker oder ein guter Therapeut egal, aber ein guter Mensch. Und der Patient muss fühlen, dass wir uns einsetzen wollen um ihm zu helfen. Das ist sehr wichtig. Und Verantwortung. Wir sind da, wenn es Probleme gibt. Dann rufen sie an im akuten Zustand. Das ist sehr wichtig. Weil man im akuten Zustand oft das Mittel findet, was dieser Patient chronisch braucht.

Die meisten Symptome dieses akuten Zustandes indizieren nur ein Mittel, das ist das sogenannte

AH: Wie ist Ihr Verhältnis zur „Schulmedizin“? Wie stehen Sie dazu?

Dr. Geukens: Oh, wir haben ein gutes Verhältnis. Sehr gutes Verhältnis. Wir lassen die Leute untersuchen usw. Und ich kann sagen, dass in Belgien die meisten Ärzte Respekt haben für das Zentrum, nicht für die Homöopathie. Für das Zentrum, wo man klassische Homöopathie macht. Homöopathie ist für sie etwas anderes. Weil sie nicht verstehen, weil sie nicht wissen, was Homöopathie ist. Aber die meisten Ärzte wissen den Ort, wo man flämisch spricht. Jeder Hausarzt hat bei einigen Patienten Heilung durchs Zentrum gesehen. Und sie haben ziemlich viel Respekt. Und wir auch für diese professionellen

Chirurgen usw. Ich denke, jeder muss seine Arbeit genau machen. Das ist sehr wichtig.

AH: Erzählen Sie doch noch etwas über die Mittelgaben und Wiederholungen.

Dr. Geukens: Ein Mensch ist ein Individuum. Das Mittel muss individuell sein, basiert auf der Totalität von Symptomen. Auch in einer bestimmten Potenz muss es individuell sein. Bestimmte Leute reagieren besser auf eine 200 andere auf 10000.

Und wiederholen. Es hängt von den Umständen und energetischen Kraft dieses Patienten ab. Es ist doch logisch, dass ein Mensch in Verbindung mit seiner Umwelt lebt. Auch ist es wichtig, wie Hahnemann sagt, dass man ein bisschen gesund leben sollte. Es ist doch logisch, dass dieser Mensch durch psychologische Umstände, oder durch eine Arbeit die schlecht ist, z.B. mit den Füßen im Wasser stehen und nass werden usw. Dass dann leichter ein Es kann aber nicht allgemein gesagt werden, das ein Mittel 30 Tage wirkt. Der Mensch reagiert auf das Mittel und durch diesen Einfuss kann er ins Gleichgewicht kommen und im Gleichgewicht bleiben, abhängig von den Umständen, wo er lebt. Ist doch logisch.

Sind die Umstände positiv, dann braucht man nicht wiederholen und er lebt glücklich. Ich habe Fälle gesehen völlig geheilt, dann kommt ein Rückfall durch enttäuschter Liebe. Und dann muss man Phosphor wiederholen, so oft bis er wieder gesund ist. Natürlich nur wenn es sein konstitutionelles Mittel ist.

Dr. Geukens: Wir wollen alle heilen. Das einzige, was ein Arzt machen soll, ist versuchen zu heilen. Das ist das Einzige.

Wenn wir dieses Dogma haben. Dieses Dogma, das sagt nur eine Gabe. Nicht wiederholen vor zwei Monaten. Das ist h.ufg nicht gut. Dadurch verlieren wir Patienten und die sagen, ja Homöopathie hilft nicht. Homöopathie hilft; aber das richtige Mittel wiederholen und wenn nötig auch die Potenz. Wir haben es oft genug in der Praxis beobachtet. Kent sagt natürlich auch nicht wiederholen, nicht wiederholen. Das Problem ist, welches man oft hat und Kent schreibt es auch in seinen Unterlagen, dass er Calcium carbonicum verschrieb und es hat gut reagiert. Er wiederholt und nichts mehr. Das bedeutet, dass all diese Verschreibungen wo man wiederholt und nichts mehr reagiert, falsch verschriebene Mittel sind. Jedes Mittel macht etwas. Nur das richtige Mittel, wenn es wirklich das richtige ist, kann man wiederholen, dann zeigt sich kein einziges Problem. Ich fnde, ein Arzt soll selber seine Patienten befragen, nie über Supervision. Wenn er selbst seinen Patient befragt, sieht er, was passiert mit seiner sogenannten Theorie und seinem sogenannten Dogmen. Oder Leute die sagen in einem tuberkulinen Fall mit hohem Fieber soll man nicht länger Tuberculinum verschreiben. Was ist denn das? Welche Art von Dogma ist das? Basiert auf was? Auf Mangel an Erfahrung. Das ist alles. Ich habe nie erlebt, wenn ein Mittel korrekt reagiert hat, dass ich durch Wiederholen etwas falsch gemacht habe. Man wiederholt auch nicht, wenn alles o.k. ist. Dann braucht man kein Mittel.

AH: Ja gut, aber wie gesagt die Lehrmeinung ist einfach, dass wenn ein Mittel gewirkt hat und es zu irgendeiner Reaktion kommt, entweder alte Symptome oder mittelspezifsche Symptome erscheinen, oder ein Hautausschlag tritt auf, dass man die Mittelwirkung abwartet.

Dr. Geukens: Da wäre ich nicht damit einverstanden. Das ist nicht was wir in der Praxis machen. Und es ist auch wichtig, dass man versteht, dass ein sehr kranker Patienten kein Prüfungssymptom haben kann. Das ist ein sehr großes Problem in Deutschland. Dass die Leute Angst haben. Sie verschreiben ein Mittel und, z.B. du verschreibst Natrium muriaticum, und tagsüber hat er einen sauren Geschmack im Mund und hat Fieber.

Oh mein Gott, ich habe eine Prüfung (?) gemacht. Das ist aber keine Prüfung. Das ist eine Elimination. Ein Reaktionsmechanismus.

AH: Ja und wenn diese Elimination anfängt, dann hab ich gelernt, aufzuhören, das Mittel zu wiederholen.

Dr. Geukens: Und für mich ist das ein Zeichen, dass mein Mittel korrekt ist.

AH: Ja, dass das Mittel korrekt ist, ist wahrscheinlich. Aber für mich ist es ein Zeichen, dass ich aufhören muss diese Potenz zu wiederholen. Nach Ihrer Meinung ist es, dass dieses Symptom erst recht noch das Mittel indiziert.

Dr. Geukens: Ja, es indiziert das Mittel. Das bedeutet nicht, dass Sie es wiederholen müssen.

Aber es bedeutet, dass mein Mittel korrekt ist. Ein Mensch der krank ist kann keine Prüfungssymptome machen. Weil er seine Energie braucht, um sich selber im Gleichgewicht zu halten und deshalb kann er keine Prüfungssymptome hervorbringen. Das ist was Hahnemann sagte, prüfen mit gesunden Personen. Ich habe selten Prüfungssymptome gesehen bei kranken Leuten. Aber Eliminationssymptome.

AH: Wenn ich so Ihre Patientenvideos sehe. Machen Sie immer eine sehr ausführliche Erstanamnese. Immer 1-2 Stunden?

Dr. Geukens: Ja immer. Es geht nicht anders. Auf allen Ebenen muss man fragen. Verlangen, Abneigung von Nahrungsmittel, usw. Man muss das, es geht nicht anders. Man nimmt die Totalität von Symptomen.

Die Erstanamnese gründlich, sehr gründlich machen, die Verschreibung auf der Totalität der vorhandenen Symptome und dann eine gründliche Folgekonsultation, dann hat man gute Erfolge. Wir gehen nicht weg von einem gut gewählten Mittel, bis wir auf 50 M gegangen sind. Weil wir gesehen haben, dass wenn man zu früh weggeht von dem Mittel bei bestimmten Leuten es einen Rückfall gibt;

  • z.B. eine M hat gut gewirkt,
  • Rückfall
  • XM gut
  • Rückfall,
  • LM

geheilt. Das sind die Fakten.

AH: Also wenn Sie sich mit dem Mittel sicher sind, dann gehen Sie hoch bis zur C 50 000.

Dr. Geukens: Ja, aber man muss nicht so hoch gehen. Es gibt Fälle, wo man öfter dasselbe Mittel immer in der gleichen Potenz verschreiben muss. Es ist unterschiedlich, Homöopathie ist individuell.

Andreas Hundseder: Vielen Dank für Ihre Zeit. Alfons war ein hervorragender Homöopath ein genauer Beobachter und Menschenkenner. Wir durften in seinem Unterricht unendlich viel homöopathisches Wissen und Lebensweisheiten erfahren.

Er hatte stets ein Ohr und ein noch viel größeres Herz für das Leid seiner Patienten und das Anliegen seiner Schüler.

  • Eine Stimme,
  • die uns vertraut war, schweigt nun.
  • Ein Mensch, der immer für uns da war,

Aber das was er uns gelehrt und gegeben hat, ist Teil von uns geworden. In unserer täglichen homöopathischen Arbeit wird er weiter lebendig sein in unseren Herzen und im homöopathischen Wirken an unseren Patienten. Kent sagte: „Wenn du die Homöopathie liebst, so liebt sie dich zurück, so groß ist die Güte der Natur“. In tiefem Mitgefühl und Anteilnahme.

Andreas Hundseder